Magdeburg l 100 Prozent sicher könne man nicht sein, dass das Krökentor in Magdeburg vor über 400 Jahren genauso ausgesehen hat. Aber nachdem er jahrelang Quellen recherchiert, alte Bilder und archäologische Funde untersucht hat, ist sich Helmut Menzel so sicher, wie es nur geht.

In Übergröße ist seine Zeichnung des nördlichen Stadttores im frühneuzeitlichen Magdeburg seit kurzem an der Pflegeeinrichtung in der Straße Am Krökentor zu sehen. Einrichtungsleiterin Sara Düwert hatte die Idee dazu, weil ein Bewohner ihr viel über die Stadtgeschichte erzählt hatte, u. a. auch vom Krökentor, das Namenspate für die Straße war, an der er lebte.

Tor war Haupteintritt zur Stadt Magdeburg

Sie suchte im Internet und fand die Skizze von Helmut Menzel. Der war sofort bereit, sie für die Fassadengestaltung durch die Potsdamer Graffitikünstler Art-EFX zur Verfügung zu stellen. Das Krökentor bildete im 16. Jahrhundert zusammen mit dem Sudenburger Tor den Haupteintritt zur Stadt Magdeburg. Entlang der Elbe gab es eine Reihe weiterer kleiner Tore, vorrangig von militärischer Bedeutung.

Das Wandbild ist nicht ganz am originalen Standort zu sehen, wie Menzel aufklärt: „Das Krökentor stand direkt vor der Stadtbibliothek auf dem Breiten Weg.“ Bei Straßenarbeiten wurden vor einigen Jahren Mauerreste im Boden gefunden, die ihm halfen, seine Zeichnung anzufertigen. Sechs mal sechs Meter war der Wachturm groß und ragte bis zu 15 Meter in die Höhe, wie er schätzt.

Geschichte spiegelt sich wider

Sara Düwert freut sich über das Bild. „Es kommt super an und wir haben viele Anfragen. Die Leute bleiben sogar auf der Straße stehen, um es sich anzuschauen“, sagt sie. Für Helmut Menzel ist es „ein Stück Geschichte, das sich im Stadtbild widerspiegelt“.

„Schon immer“ interessierte er sich für Historisches, wie er sagt. Helmut Menzel hält regelmäßig Vorträge bei der Urania und anderen Einrichtungen. 2018 wird er gleich fünf Bücher zur Stadtgeschichte veröffentlichen, u. a. über die Luftverteidigung in Magdeburg im Zweiten Weltkrieg sowie einen Bildband über den Fürstenwall. „Ich habe 20 Jahre recherchiert, jetzt muss das alles raus, ich werde auch nicht jünger“, sagt er und bereitet sich auf den nächsten Vortrag vor.