Magdeburg l Am 21. Oktober 2020 werden sich die Magdeburger auf Einschränkungen einstellen müssen: Mit einem ganztägigen Warnstreik will die Gewerkschaft in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber im öffentlichen Dienst erhöhen. So werden laut Verdi die städtischen Kitas am Mittwoch bestreikt, sagte Gewerkschaftssekretärin Karin Flügel. Das sind Kita Funkelfix, Kita Mimmelitt, Kita Moosmutzel, Kita Traumzauberbaum, Kita Waldwuffel, Kita Wolkenschäfchen, Kita Wolkenstein.

An den Einrichtungen seien am Montag Elternbriefe verteilt worden, in denen auf die Schließung hingewiesen werde. „Das ist leider sehr kurzfristig, aber wir haben erst am Freitagnachmittag das Angebot der Arbeitgeberseite erhalten. Und das vorgelegte Angebot ist ein Schlag ins Gesicht für die Mitarbeiter“, erklärte Karin Flügel. Da an diesem Donnerstag und Freitag weiter verhandelt werde, wolle man mit dem ganztägigen Warnstreik nochmals ein Zeichen setzen.

Keine Notbetreuung geplant

Aufgerufen zum Warnstreik sind auch die Mitarbeiter in allen Abteilungen der Stadtverwaltung. Laut Verdi werde es dadurch zu Einschränkungen kommen. Ob dies auch die Bürgerbüros betreffen wird, sei noch nicht klar, so die Gewerkschaftssekretärin am Montag.

Gestreikt wird ebenso bei der Abfallentsorgung. Dieses Mal bestreikt werden ausschließlich die drei Wertstoffhöfe Hängelsberge, Cracauer Anger und Silberbergweg, wie Verdi-Gewerkschaftssekretärin Dagmar Huhn auf Nachfrage sagte. Der Restmüllbereich sei nicht betroffen. Hier waren die Mitarbeiter bereits zu Monatsbeginn in den Warnstreik getreten.

Die Stadtverwaltung teilte auf Nachfrage mit, dass neben den städtischen Kitas auch die beiden Horte „Agga Knack“ und „Moldenstraße“ wegen der Arbeitskampfmaßnahmen am Mittwoch geschlossen sind. Eine Notbetreuung sei nicht geplant. Neben den Wertstoffhöfen seien von dem Warnstreik zudem voraussichtlich auch die mobile Schadstoffsammlung und das Wertstoffmobil betroffen.

Kundgebung vor dem Rathaus

Auch bei der Trinkwasserversorgung Magdeburg (TWM) werden am Mittwoch Mitarbeiter in den Ausstand treten. Ein Notdienst werde für den Tag jedoch eingerichtet sein, eine Unterbrechung der Versorgung werde es nicht geben, hieß es vom Betriebsrat der TWM.

Betroffen vom Warnstreik ist laut Gewerkschaft am Mittwoch auch die Bundesagentur für Arbeit. Inwieweit es hier zu Einschränkungen kommen wird, konnte eine Agentur-Sprecherin am Montag nicht sagen, da nicht klar sei, wie viele Mitarbeiter sich an dem Warnstreik beteiligen würden. Man versuche aber, die Auswirkungen auf die Kunden so gering wie möglich zu halten.

Am Mittwoch werden sich die Streikenden ab 8 Uhr am Magdeburger Rathaus, Ecke Ratsgarten, treffen. Gegen 9 Uhr ist eine Kundgebung mit Bildung einer Menschenkette geplant, kündigte Verdi an.

Die Gewerkschaft und der Beamtenbund fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten ein Plus von 4,8 Prozent für ein Jahr. Löhne und Gehälter sollen dabei mindestens um 150 Euro pro Monat steigen, Azubis sollen 100 Euro mehr bekommen. Für Unmut sorge bei den Beschäftigten ebenso, dass sie für das gleiche Geld eine Stunde pro Woche mehr arbeiten müssen als ihre Kollegen im Westen, so Gewerkschaftssekretätin Karin Flügel. Zwei Tarif-Gesprächsrunden brachten bislang kein Ergebnis.