Magdeburg l Einen Pegelstand von 3,01 Metern vermeldete die Magdeburger Volksstimme am 18. März dieses Jahres. Für Binnenschiffer dürfte die Hoffnung bestanden haben, dass nach den beiden Niedrigwasser-Sommern in den Jahren 2018 und 2019 in diesem Jahr die Elbe wieder mit höheren Wasserständen aufwarten würde. Doch genau einen Monat später lagen die Wasserstände am Sonnabend bereits wieder unter einem Meter.

Anhaltende Trockenheit

Anhaltende Trockenheit lässt den Wasserstand der Elbe derzeit wieder sinken. Gestern Mittag stand der Pegel an der Strombrücke bei 98  Zentimetern und sollte im Verlauf des Tages weiter sinken. Damit bewegt sich der Fluss bereits auf das mittlere Niedrigwasser zu. Dieser Mittelwert liegt bei 84  Zentimetern.

Am Freitag wurde am Pegelhäuschen an der Strombrücke noch ein Wert von einem Meter angezeigt. Für die nächsten Tage sind kaum Niederschläge zu erwarten, ist auf den Seiten des Deutschen Wetterdienstes zu erfahren, so dass die Wasserstände der Flüsse kaum steigen dürften.

Flussbett am Dom liegt frei

Als beliebtes Ausflugsziel und Treffpunkt hatten sich in den vergangenen Jahren die Elbtreppen am Domfelsen erwiesen. Auf dem freiliegenden Flussbett wurde flaniert und logiert. Bei sommerlichen Temperaturen kühlte so mancher seine Füße im Wasser der Elbe ab. Und auch Turmbauer waren dort zugegen, die freigelegte Steine übereinanderstapelten und auf diese Weise für interessante Blickfänge sorgten.

Die Magdeburger hatten den niedrigen Wasserstand aber auch mit gemischten Gefühlen registriert. Zum einen genossen sie es, sich auf dem freiliegenden Domfelsen aufhalten zu können, zum anderen blickten sie angesichts des Klimawandels auch sorgenvoll in die Zukunft.

Flanieren auf dem Domfelsen

Auch wenn derzeit Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise gelten, so nutzen viele Magdeburger nach wie vor den Domfelsen für eine Rast. Auch gestern Nachmittag machten dort wieder Menschen beim Flanieren auf der Elbuferpromenade Station und nutzten die Gelegenheit des Außer-Haus-Verkaufs von Eisdielen.

Die Weiße Flotte kann derzeit aufgrund der Einschränkungen zur Coronavirus-Pandemie nicht verkehren. Der Betrieb auf dem Stadtlauf der Elbe wird aber auch erst ab 70 Zentimetern eingeschränkt.

In den vergangenen zwei Jahren war der Elbpegel auf Werte um 45 Zentimeter gesunken. Über Wochen war der Schiffsverkehr auf der Elbe weitgehend eingestellt. 2018 hatten Umweltaktivisten von Greenpeace einen Hungerstein auf dem Domfelsen platziert. „Wenn du mich siehst, ist Klimakrise“, steht auf dem Stein geschrieben.

Bleibt abzuwarten, ob in den nächsten Wochen Niederschläge im Einzugsbereich der Elbe wieder für steigende Pegel sorgen oder ob die Trockenheit anhält. Für Magdeburg sagen die Meteorologen bis Ende der Woche strahlenden Sonnenschein und Temperaturen bis 23 Grad Celsius voraus.