Magdeburg l In der Vorweihnachtszeit werden Geschenke eingekauft. Damit ist diese Zeit auch in Magdeburg besonders wichtig für den Handel. Doch in diesem Jahr fällt die Bilanz durchwachsen aus. Arno Frommhagen, Sprecher der IG Innenstadt, sagt: „Größere Unternehmen zeigen sich zwar zufrieden, doch kleine und mittelständische Einzelhändler klagen über sinkende oder stagnierende Umsätze im Vergleich zum Vorjahr. Sie freuen sich zwar über leicht höhere Frequenzen in ihren Geschäften, resümieren aber rückläufige Umsätze.“

Entsprechend fällt die Bilanz von Margaret Stange-Gläsener, Centermanagerin des Allee-Centers aus: „Mit den Besucherströmen waren wir sehr zufrieden“, so die Centermanagerin. Trotz sehr guter Rahmenbedingungen habe man aber den Eindruck gewonnen, dass die Geschenke vermehrt online gekauft würden. Große Nachfrage gab es beim zurückliegenden Weihnachtsgeschäft im Center in der Magdeburger Innenstadt vor allem nach Büchern, Parfümeriewaren, Schmuck und Technik.

Zu warm für winterliche Kleidung

Ein guter Umsatz wird auch bei Blumen und Lebensmitteln vermeldet. „Eigentlich wurden diese Verkaufsschlager nur geschlagen vom Geschenke-Supertalent, dem Gutschein. Sowohl Gutscheine unserer Mieter als auch unser Centergutschein wurden sehr gut nachgefragt“, so Center-Managerin Margaret Stange-Gläsener.

Für die Anbieter von Bekleidung spielte die Witterung nicht so gut mit, es war bis auf einige wenige Tage zu warm. Zu den Sortimenten, die die Magdeburger und die Besucher der Stadt verschenken wollten, fällt die Einschätzung von Arno Frommhagen ähnlich aus – ergänzt um die Bereiche Sportartikel und Drogeriewaren.

Veränderung kommt bei den Kunden gut an

Und wie sieht es am Rande der Stadt aus? Beispiel Flora-Park. Dieser steckt aufgrund seiner Modernisierung in einem Umbruch. Insgesamt habe sich das Geschäft positiv entwickelt, berichtet Centermanager Toni Pérez Morell.

Zuletzt hatten neue Gastronomen wie „Nordsee“, „Asia-Kitchen“ und „Ali Döner“ eröffnet, und „Schäfer’s“ und „Tchibo“ sind wieder mit dem vollen Repertoire an Produkten vor Ort, so dass sich das Center in eine bunte Shoppingmeile mit 65 Shops verwandelt hat. Die Kunden haben die Veränderungen positiv aufgenommen, so das Centermanagement. Nachdem das Weihnachtsgeschäft eher verhalten im Flora-Park gestartet sei, habe es kurz vor Weihnachten noch angezogen. Renner waren auch hier neben den Produkten der verschiedenen Bereiche die Einkaufsgutscheine.

Auch das Programm lockt die Besucher an

Durchaus eine Rolle spielt zunehmend der stationäre Handel mit dem Aspekt des Einkaufserlebnisses, das den Kontrapunkt zum Einkauf vom Tablet auf dem Sofa im Sinne des Handels vor Ort setzen soll. Im Flora-Park gab es so erstmalig ein Weihnachtssingen, bei dem Kitas, Schulen und Vereine ihr musikalisches Können zeigten. „Das Weihnachtssingen wird 2018 auf jeden Fall wieder stattfinden. Wir hatten großen Zuspruch und hätten gern noch mehr Chöre auftreten lassen“, sagt Toni Pérez Morell. Märchenerzählerin, Weihnachtsmannsprechstunde und Weihnachtsschmuck-Bastelei gehörten auch zum Rahmenangebot.

Beispiel Allee-Center: Hier kam neben dem Unterhaltungsprogramm und dem „himmlischen Service“ die Dekoration sehr gut an. „Sie diente als Hintergrund für viele Weihnachtsfotos und Selfies. Die Verweildauer im Center war hoch und bescherte damit den Gastronomieanbietern gute Umsätze“, sagt Allee-Center-Managerin Margaret Stange-Gläsener.