Magdeburg l Bäume treiben aus, in manchen Vorgärten blitzen die ersten Frühlingsblüher schon hervor, die Temperaturen liegen bei über zehn Grad plus - ist das das richtige Wetter für Weihnachtsmärkte und vor allem für eine schöne heiße Tasse Glühwein?

Fred Raabe, Geschäftsführer der Weihnachtsmarkt-GmbH, kann diese Frage mit einem klaren „Jein“ beantworten. „Ja, es werden natürlich mehr Bier und alkoholfreie Getränke von den Weihnachtsmarktbesuchern nachgefragt“, sagt Raabe, und „Nein, dramatisch eingebrochen ist der Glühweinverkauf aber nicht.“ Soll heißen, der Glühwein fließt auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, allerdings nicht in Strömen wie bei kaltem Winterwetter.

Das bestätigt auch „Glühwein-König 2015“ Arno Frommhagen. „Die Besucher trinken schon Glühwein, aber meistens ist dann nach dem ersten Becher Schluss, und die Leute steigen auf kühle Getränke um. Darum haben die Glühweinanbieter in diesem Jahr ein wenig das Nachsehen, aber nicht dramatisch“, so Frommhagen. „Wohl dem, der auch eine Glühwein-Alternative im Angebot hat.“

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Für Fellhändler sieht's traurig aus

Wer Wintermützen, Handschuhe oder Schals auf dem Weihnachtsmarkt anbiete, habe ebenfalls mit Verkaufseinbußen zu rechnen, sagt Fred Raabe. „Diese Artikel werden kaum gekauft. Und etwas traurig sieht es auch für einen Händler aus, der auf der ,Nordischen Meile‘ warme Felle anbietet. Der kann bei diesem Wetter kaum etwas verkaufen.“ Deutlich besser sehe es bei weihnachtlichem Kunsthandwerk aus. Die Händler seien zufrieden.

Und dann hellt sich die Miene des Weihnachtsmarktgeschäftsführers auch schon wieder auf. „Dieses augenblickliche Wetter ist für uns überhaupt kein Problem. Der Markt brummt“, sagt Raabe. Auch wenn es nicht gerade nach Winter aussieht, ließen sich die Besucher davon aber nicht von einer Runde auf dem Weihnachtsmarkt abbringen. „Für uns ist Regenwetter ein Problem. Dann bleiben die Besucher weg.“ Und überhaupt, er organisiere seit 15 Jahren den Magdeburger Weihnachtsmarkt „und richtiges Winterwetter mit Schnee und Eis hatten wir in dieser Zeit nur drei oder vier Mal“, so Raabes Wetterbilanz.

Auf jeden Fall könne er zehn Tage vor Ende des Weihnachtsmarktes schon eine erste positive Bilanz ziehen. „Ich denke, wir werden an die Zwei-Millionen-Marke herankommen“, sagt Fred Raabe zu den Besucherzahlen. Es kämen wieder sehr viele Besucher aus dem Umland. Und der Aussichtsturm „City-Skyliner“ sei ein echter Besuchermagnet. Damit habe der Markt noch einmal an Attraktivität zugelegt.

In Lemsdorf ist Glühwein gefragt

Übrigens: Auf dem Weihnachtsmarkt in Lemsdorf am Freitag und Sonnabend floss der Glühwein dann doch in Strömen. „Er war ruckzuck ausverkauft und wir mussten nachordern“ berichtete Mitorganisator Jens-Uwe Jahns auf Nachfrage.