Magdeburg l Im November 2020 findet in Magdeburg die Breakdance-Weltmeisterschaft statt. Die aus den USA stammende urbane Kultur gilt mittlerweile nicht mehr nur als Kunstform, sondern auch als international anerkannte Sportart. Dem Breakdance fehlen jedoch weltweite Wettbewerbsstrukturen. Diese gibt es bisher nur auf nationaler Ebene.

Ziel sind Olympische Spiele

Die Weltmeisterschaft in der Landeshauptstadt soll dazu beitragen, den Breakdance als professionellen Sport auf internationaler Ebene zu etablieren. Langfristiges Ziel ist die Anerkennung des Tanzsports als olympische Disziplin bis zu den Spielen 2024 in Paris. Den Sprung in das Programm der Olympischen Jugendspiele 2018 in Buenos Aires hat der Breakdance bereits geschafft.

Bei der Planung und Umsetzung der bevorstehenden Großveranstaltung kooperiert der Stadtmarketing-Verein Pro Magdeburg mit der Organisation „Bboy World Entertainment“. Im Jahr 1999 durch Gründer Erwin Mahroug ins Leben gerufen, bietet „BBoyworld“ als damals erste unabhängige Online-Community, welche sich mit Breakdance auseinandersetzte, bis heute eine Plattform für Tänzer, DJs, Rapper und andere Künstler.

Programm über drei Tage

Der gebürtige Niederländer Mahroug war jetzt in der Landeshauptstadt, um die Planung fortzuführen. „Wir unterstützen das Vorhaben einer Weltmeisterschaft in unserer Landeshauptstadt als Verein einstimmig“, sagt der Vorstandsvorsitzende von Pro Magdeburg, Peter Lackner. Mit Hilfe eines dreitägigen Veranstaltungsprogramms sollen während der Weltmeisterschaft regionale und internationale Besucher durch kreative Formate in den Bereichen Sport, Kunst, Musik und Lifestyle unterhalten werden. „Außerdem soll ein kultureller Austausch durch die gemeinsame Begeisterung für den Tanzsport stattfinden“, meint Erwin Mahroug.

Bei der Endrunde der Weltmeisterschaft in Magdeburg treten Teams aus 32 verschiedenen Ländern gegeneinander an, welche sich zuvor auf nationaler Ebene in der Qualifikation durchsetzen müssen. Der Vorentscheid für Deutschland findet in Köln statt – das Finale der WM in der Getec-Arena. Zudem soll es in die gesamte Welt übertragen werden.

Jury bewertet die Teams

Mahroug erläutert weiter: „Es gibt ein festes Regelwerk und qualifizierte Jurys bewerten die teilnehmenden Teams.“ Diese bestehen aus acht bis zehn Tänzern und müssen bis zum Finale mehrere Runden erfolgreich durchlaufen, um schließlich den Weltmeistertitel davonzutragen und das Preisgeld einzustreichen.

Die Athleten kommen aus Ländern wie Russland, Italien, Japan oder Kanada. "Unsere Aufgabe ist es, die Sprachbarrieren so gut wie möglich zu überwinden. Deshalb würden wir uns wünschen, wenn sich Leute als Paten für die ausländischen Sportler zur Verfügung stellen“, so Lackner.

Sport trifft Kunst und Kultur

Auch Kinder und Sportler mit Behinderung können sich während der WM in eigenen Wettbewerben messen. Somit wird die Idee der Paralympischen Spiele auch an den Breakdance-Sport angelehnt. Neben den sportlichen Wettkämpfen sollen während der Weltmeisterschaft auch zahlreiche Nebenveranstaltungen in den Bereichen Kunst und Kultur stattfinden.

Interessierte aus Magdeburg und aller Welt werden die Möglichkeit haben, Konzerte sowie Kunstausstellungen zu besuchen, an Workshops teilzunehmen und vieles mehr. „Es soll sogar einen Song zur Weltmeisterschaft geben“, sagt Lackner. Eine einzigartige WM soll so den Weg für die Anerkennung des Breakdance als olympische Disziplin weiter ebnen und das Ansehen Magdeburgs als internationale und weltoffene Stadt steigern.