Magdeburg l Eine entschlossen wirkende Gruppe von rund 150 Magdeburgern aller Altersgruppen vom Schüler bis zum Ruheständler fand sich am 20. Januar 2020 am frühen Abend vor dem Magdeburger Rathaus zur Kundgebung ein. Gemeinsames Ziel: die Verhinderung der von den beiden Großvermietern MWG und Wobau geplanten Wohnbebauung am Eingang zum Stadtpark. Zum Protest aufgerufen hatten die Bügerinitiative „Rettet den Stadtpark Rotehorn“, die Ortsgruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die örtliche Initiative von Fridays for Future.

Prominentester Redner war der Domprediger a. D. Giselher Quast, seit Jahrzehnten ein Vorkämpfer für den Umweltschutz in Magdeburg. „Hat Magdeburg noch nicht begriffen?“, rief Quast aus, nachdem er eine lange Liste aus seiner Sicht unnötiger Baumverluste für verschiedene Bauprojekte in Magdeburg aufgezählt hatte. Der Zeitpunkt, zu dem das Klima unumkehrbar kippe, sei nicht in Jahrzehnten, „dieser Zeitpunkt ist heute“. Die Verantwortungsträger müssten aufwachen und eine Stadtplanung vorantreiben, die die Zeichen der Zeit erkannt hat. „Es kann nicht sein, dass die in der Stadt Verantwortlichen massenhaft Bäume roden lassen und erwarten, dass die Bürger die entstandenen Lücken mit Baumspenden auffüllen.“

Kompromissbereitschaft signalisiert

Neben Vertretern von Bürgerinitiative und BUND ergriff auch Steffen Tilsch von der privaten Initiative „Otto pflanzt“ das Wort. „Wir wollen für jeden Magdeburger einen Baum pflanzen und das über Spenden finanzieren“, so Tilsch über das noch junge Projekt, dessen Internetseite ottopflanzt.de eben im Aufbau sei.

Neben Stadträten von Grünen, future!, Gartenpartei und Tierschutzallianz verfolgten auch Peter Lackner und Thomas Fischbeck, die Chefs von Wobau und MWG, das Geschehen am Montagabend auf dem Markt. Sie signalisierten ihre Bereitschaft zur Suche nach Kompromissen für ökologisch verträgliches Bauen am Park.