Der Investor

Der Ursprung: Eglo ist ein Hersteller von dekorativen Wohnraumleuchten. Das Unternehmen ist weltweit aktiv und hat seinen Sitz im österreichischen Bundesland Tirol. Gegründet wurde das Unternehmen von Ludwig Obwieser im Jahr 1969. Bis heute wird Eglo als Familienunternehmen betrieben. Die erste Betriebsstätte entstand in Pill in Tirol, eine erste Vertriebsgesellschaft in Deutschland wurde im Jahr 1986 eröffnet. Die Unternehmensgruppe umfasst inzwischen mehr als 70 Tochtergesellschaften weltweit und erzielte im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von 507 Millionen Euro.

International: Ein weiterer Meilenstein war der Aufbau eines Werks 1994 im ungarischen Pásztó. Der Standort ist stetig gewachsen und umfasst inzwischen eine vierstöckige Produktionshalle mit 14.000 Quadratmetern sowie ein vollautomatisiertes Hochregallager mit 5000 Quadratmetern. Seit 2001 produziert das Unternehmen in China in einem Büro- und Produktionsgebäude mit 120.000 Quadratmetern, seit 2017 gibt es auch ein Werk in Indien. Vertreten ist das Unternehmen nicht allein in Asien und Europa, inzwischen ist es auch in Afrika, Australien, in Nord- und Südamerika aktiv. (ri)

Magdeburg l Am 11. September 2019 wird an der Stegelitzer Straße im Industrie- und Logistik-Centrum im Norden der Landeshauptstadt groß gefeiert: Der aus Österreich stammende Konzern Eglo vollzieht hier den ersten Spatenstich für sein neues Logistikzentrum. Das Unternehmen ist einer der wichtigen Akteure auf dem Markt von dekorativen Wohnleuchten.

Die sehr positive Umsatzentwicklung der Unternehmens-Gruppe in den vergangenen Jahren sowie immer kürzer werdende Lieferrhythmen und -zeiten erforderten eine Anpassung des logistischen Netzwerks in Europa, heißt es aus dem Unternehmen. Nicole Heger ist Assistentin der Geschäftsführung am Tiroler Konzernsitz und sagt: „Daher haben wir uns entschieden, unsere drei Zentrallager in Österreich, Ungarn und in den Niederlanden durch ein viertes in Magdeburg im Gewerbegebiet Rothensee zu ergänzen.“

Gute Anbindung nach Europa

Für den Standort hatten sich die Österreicher schon vor längerer Zeit entschieden Hier sei ein Ausgangspunkt für innerdeutsche Lieferungen, aber auch eine äußerst günstige Anbindung für Länder im Norden und Osten Europas.

Mit der Millioneninvestition hebt Eglo das größte Fertigwarenlager aus der Taufe und schafft Platz für etwa 66.000 Paletten im vollautomatisierten Hochregallager sowie 10.000 Paletten im Kommissionierbereich. „Dies gibt uns Raum und Potenzial, unsere drei erwähnten Zentrallager zu entlasten und den Kunden in Deutschland, Dänemark, Schweden sowie Finnland kürzere und schnellere Lieferwege zu ermöglichen“, so Nicole Heger. Die Magdeburger Niederlassung soll auch für Nachschub für andere Lager der Eglo-Gruppe in anderen Teilen Europas sorgen.

Internethandel ist auch ein Thema

Ein Schwerpunkt wird in der Magdeburger Niederlassung auch auf dem Bereich des Internethandels liegen, heißt es aus der Konzernzentrale in Tirol. Ziel sei es, den Lagerdurchlauf vom Bestelleingang bis zum Warenversand auf nur wenige Stunden zu reduzieren. Es sollen sehr kurze Lieferzeiten für die Konsumenten erreicht werden.

Im Januar 2021 soll das Magdeburger Eglo-Lager an den Start gehen. Zunächst sollen hier 50 Mitarbeiter eine Arbeit finden, deren Zahl bis zum Jahresende auf 80 bis 100 ansteigen soll. Mittelfristig sind 150 Arbeitsplätze in Magdeburg denkbar.

Magdeburg punktet international

Der Magdeburger Wirtschaftsbeigeordnete Rainer Nitsche freut sich über die Investition und sagt: „Die Ansiedlung zeigt, wie attraktiv Magdeburg für internationale Unternehmen inzwischen ist.“ In unmittelbarer Nachbarschaft hat so bereits der Lebensmittellogistiker Gunz ein Vertriebszentrum aufgebaut. Nitsche erläutert: „Magdeburg punktet dabei mit seiner guten Lage.“

Damit teilt der Beigeordnete die Einschätzung des österreichischen Investors: Die Stadt liegt an wichtigen Verkehrsverbindungen zwischen Ost und West und fungiert dabei als ein Tor in den Norden. Dies bedeute zugleich, dass Magdeburg auch nicht mit anderen Logistikzentren in Mitteldeutschland wie Halle und Leipzig konkurriert. Nitsche: „Ich denke, wir ergänzen uns da eher.“