Magdeburg l Einbrecher hatten sich Ende April 2018 Zutritt zu mehreren Kellerräumen von Wohnhäusern in der Innenstadt von Magdeburg verschafft. Einer der jetzt wiederholt betroffenen Mieter war Nico Barth. Er ist der Geschäftsführer des Café Flair am Breiten Weg. Die zu seinem Café gehörigen Kellerverschläge wurden brutal aufgebrochen. „Es sah so aus, als hätten die Täter Spezialwerkzeug benutzt“, sagt Nico Barth.

Auffällig: Die Hauseingangstür und die Tür, die zu den Gemeinschaftskellern des Objektes der Magdeburger Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) führt, zeigten keinerlei Schäden oder Einbruchsspuren. Solche sogenannten Spurlos-Einbrüche sind kein neues Phänomen in Magdeburg. Vor allem zwischen September 2014 und Anfang 2016 waren Diebe in zahlreiche Wohnungen und Keller im Magdeburger Stadtgebiet eingebrochen. Die Zahlen von damals: mehr als 1500 Taten, 25 bis 35 Verdächtige, 136 eingeleitete Verfahren und ein Schaden im siebenstelligen Bereich.

Magdeburger investiert 2000 Euro

Da Nico Barth nicht zum ersten Mal Opfer solcher dreisten Diebe geworden ist, hat er jetzt seine Kellertüren extra gesichert und fast 2000 Euro dafür investiert. Ganz zu schweigen von dem Schaden der gestohlenen Gegenstände. Er traue sich gar nicht mehr, den Verlust seiner Versicherung anzuzeigen – aus Angst, dass ihm der Vertrag gekündigt werde.

Die Polizei erklärt, dass es zwar auch aktuell immer mal wieder zu Spurlos-Einbrüchen in Magdeburg komme, jedoch gebe es derzeit keine besonders große Häufung, so ein Sprecher des Magdeburger Polizeireviers. Er macht deutlich: „Die Täter lernen voneinander.“ Die Diebe würden gezielt in Räume von Hausverwaltungen oder Fahrzeuge von Hausmeisterbetrieben einbrechen, um Schlüssel zu stehlen.

Einbruch in weitere Wobau-Häuser

Nicht nur das Wohnhaus, in dem Nico Barth sein Café betreibt, sondern auch vier weitere Objekte der Wobau in der Innenstadt von Magdeburg wurden von Einbrechern jüngst heimgesucht. Dort allerdings seien die Gemeinschaftskellertüren gewaltsam aufgebrochen worden, sagt Torsten Prusseit auf Nachfrage der Volksstimme.

Der Wobau-Abteilungsleiter der Geschäftsstelle Mitte erklärt, wie die Täter ins Haus kamen: „Die Täter wurden von Bewohnern ins Haus gelassen oder die Haustüren nicht geschlossen gehalten.“ Zum Beispiel mit einem Satz wie „Hier ist die Post“ hätten sich die Diebe Zugang verschafft.

Lassen Mieter Täter rein?

Dass die Täter im Fall am Breiten Weg keine Spuren hinterlassen haben, könnte zwei Ursachen haben: „Entweder wurden die Gemeinschaftskellertüren von den Mietern nicht ordnungsgemäß verschlossen oder es wurden gestohlene Schlüssel verwendet“, so Wobau-Abteilungsleiter Prusseit.

Bei der Wobau arbeite man daran, geeignete Möglichkeiten zu finden, um die Gemeinschaftskellertüren zusätzlich zu sichern. Eine generelle Lösung für alle Häuser gebe es nicht. Torsten Prusseit: „Wir werden für jeden Bautyp die beste Lösung finden.“ Auf die Frage, wie sich Mieter schützen könnten, schlägt Torsten Prusseit stabile Vorhängeschlösser – wie die runden Diskusschlösser – für die Kellertüren vor. Und ganz wichtig: „Mieter sollen Fremden keinen Zutritt in das Haus ermöglichen.“