Magdeburg l Ein neues Hochhaus wird in Magdeburg gebaut: Am 14. Dezember hat 2018 die Magdeburger Wohungsgenossenschaft (MWG) den Grundstein für das Wohnungsbau-Vorhaben an der Erzbergerstraße im Norden Magdeburgs gesetzt.

An der Stelle, die bis in die Nachwendezeit von zwei 16-Geschossern geprägt wurde, entsteht Magdeburgs erstes „echtes“ Hochhaus seit der Wende in der DDR. Eingebettet wird die „Lange Luise“ in das Luisen-Carré. Genutzt wird ein 10.000 Quadratmeter großes Grundstück im Dreieck Zschokke-, Virchow- und Erzbergerstraße.

135 Wohnungen und Gewerbe

Der Komplex mit etwa 135 Wohnungen und 600 Quadratmetern Gewerbeflächen entsteht in drei Baukörpern. Insgesamt werden etwa 13.000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung stehen, die sich wie ein U um einen grünen Wohnhof mit Spielbereich, Garage und Parkdeck legen. Mit 149 Stellplätzen ist für jede Wohnung mindestens ein Parkplatz vorgesehen. Für die Wohnungen gibt es bereits 172 Anmeldungen. „Das spricht für ein enorm großes Interesse an der City-Wohnlage“, sagt MWG-Vorstand Thomas Fischbeck.

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Herzstück des Projektes ist die „Lange Luise“. Das Gebäude erreicht eine Höhe von 63 Metern und wird 20 Wohngeschosse aufweisen. Es soll das Ensemble der 16-Geschosser am Uniplatz und in der Gustav-Adolf-Straße als Landmarken der nördlichen und westlichen Innenstadt erweitern.

Auch betreutes Wohnen

Die MWG plant in dem Komplex auch betreutes Wohnen vorsieht. Damit hat die Genossenschaft in ihren ähnlichen Projekten „Ikarus“, „Pegasus“ und „Phönix“ sehr gute Erfahrungen gemacht und lange Wartelisten auf frei werdende Wohnungen. Die „Luise“ soll den Bewohnern vielfältige Kommunikations- und Betreuungsmöglichkeiten für alle Generationen bieten. Dabei nutzt sie auch ihre umfassenden Erfahrungen auf der Betreuungstätigkeit ihres MWG-Nachbarschaftsvereins mit etwa 50 Ehrenamtlichen und 350 Mitgliedern im Verein.

Die Investitionssumme liegt derzeit bei etwa 35 Millionen Euro, zuzüglich Lohn- und Materialpreissteigerungen in den nächsten Jahren. Die endgültige Fertigstellung ist für 2022 geplant; ab Mitte 2021 können die ersten Wohnungen bezogen werden. Zuletzt wird der Turm an die Mieter übergeben.

25.100 Kubikmeter Beton

Für den Aushub der Baugrube wurden 25.100 Kubikmeter Boden bewegt. 271 Bohrpfähle sorgen für Stabilität. Verbaut werden unter anderem 17.200 Kubikmeter Beton, 2490 Tonnen Stahl, 2560 Meter Brüstungsgeländer und 860 Fenster. Für die Dachabdichtung wird Material für 7120 Quadratmeter benötigt. Eine Oberfläche von 15.600 Quadratmetern wird mit Wärmedämmung versehen.

Mit dem Namen des Luisen-Carrés bezieht sich sich die MWG auf die Magdeburger Stadtgeschichte. Es soll an die von den Magdeburgern hochverehrte preußische Königin Luise (1776-1810) erinnern. Sie habe sich 1807 bei den Tilsiter Friedensverhandlungen gegenüber Napoleon für ihr geliebtes Magdeburg und Preußen eingesetzt.

Historische Figur abgegossen

Eine unlängst bei archäologischen Grabungen gefundene Jesusfigur wurde mit Einverständnis des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie nachgegossen. Ursprünglich war vermutet worden, dass es sich bei wenige Zentimeter großen Sulptur um eine Engelsabbildung handelt. Eine Kopie wird mit der aktuellen Tageszeitung, Bauplänen und einem Satz Münzen in einer Zeitkapsel für nachfolgende Generationen eingemauert.

Beim Bauherren, der Magdeburger Wohnungsgenossenschaft, handelt es sich um das größte genossenschaftliche Wohnungsunternehmen in Sachsen-Anhalt. Die MWG wurde 1954 gegründet. Sie hat 13.000 Mitglieder und 100 Mitarbeiter. Neben den 9047 eigenen Wohneinheiten und 42 Gewerbeeinheiten betreut sie etwa 1000 weitere Wohnungen. In den vergangenen Jahren wurden etwa 500 Wohnungen neu gebaut. In die Neubauten und in den Bestand wurden seit der Wende 1990 mehr als 557 Millionen Euro investiert.