Osterburg l Erstmal ankommen, die Leute und Wege kennenlernen, das Haus, die Gepflogenheiten. Sylvia Kmieciak ist kein Mensch, der gleich alles umkrempeln will. „Das käme hier auch sicher nicht gut an.“ Wenn die Höwischerin durch die Räume der VS-Begegnungsstätte Osterburg führt, ist da bereits ein „unser“ und „wir“ zu vernehmen. Langsam kommt die 55-Jährige an ihrem neuen Arbeitsort an, „am Anfang prasselt schon ganz schön viel auf einen ein, du bist ja immer präsent“. Aber schön ruhig, „das spielt sich alles ein“. Grundsätzlich gilt: „Ich höre nicht auf das, was erzählt wird. Ich mache mir gerne mein eigenes Bild von den Dingen.“

14 Jahre mit einer Caféteria selbstständig

Man kann wohl von einem richtigen Neuanfang sprechen. Zuletzt arbeitete Sylvia Kmieciak nämlich in der Qualitätskontrolle der Osterburger „Pillenbude“ (MPA Pharma), „das war natürlich was ganz anderes“. Genau deswegen, aber in erster Linie auch wegen des Schichtdienstes, den Sylvia Kmieciak vorm Hintergrund ihres 14-jährigen Sohnes nicht mehr haben wollte, wurde sie neugierig, als die Stelle der Begegnungsstättenleiterin ausgeschrieben war. In der Stellenanzeige war „Koordinationstätigkeiten“ im gleichen Atemzug mit „kochen und backen“ aufgeführt, das verdutzte sie, machte neugierig. „Aber klar, hier musst du alles können, wenn mal Personalnotstand ist.“ Das mit dem Backen und Co sei auch gar kein Problem, war Sylvia Kmieciak doch 14  Jahre lang mit der Caféteria in der Sparkasse Salzwedel selbstständig. Und selbstständig heißt ja bekanntlich „selbst“ und „ständig“. Die Rührschüssel versetze sie also keineswegs in Panik.

Gerade dass der neue Job so vielfältig ist, gefalle „der Neuen“. Einkaufen, jemanden fahren, Veranstaltungen und Reisen organisieren, die Fäden in den Händen halten. Und dabei immer auch „ein offenes Ohr für die Senioren haben“. Das sei doch eine schöne Gemengelage. Dass die Senioren ihre kleineren und größeren Sorgen haben, wurde Sylvia Kmieciak schnell gewahr. Die Volkssolidarität kannte sie bisher vor allem durch ihre Mutter, die von Reisen und Veranstaltungen der Organisation sehr zehre. „Ich habe sie auch immer dazu ermuntert, daran teilzunehmen.“

Mit Kritik bitte gern direkt zur Leiterin

Was Veranstaltungen betrifft, kommt Sylvia Kmieciak gerade in einer intensiven Zeit zur Volkssolidarität Osterburg. Nächste Woche Karneval, am 5. Dezember Weihnachtsfeier im Hause, am 6. Dezember die städtische Weihnachtsfeier, in die sich die Volkssolidarität mit einbringt. „Es geht also gleich gut los.“ Aber da ist ja auch das Team, „mit mir sind wir hier am Standort zu sechst“. Derzeit 427 Mitglieder habe die Volkssolidarität Osterburg, verteilt auf neun Ortsgruppen. Wer Sorgen oder Kritik habe, möge sich bitte immer gern an die neue Leiterin wenden.

Und wenn sich Sylvia Kmieciak noch etwas wünschen darf, wäre es, „dass man auch mir noch etwas Zeit beim Ankommen gewährt“. Mit großer Freude blickt Sylvia Kmieciak auf die für das nächste Jahr angesetzte Gestaltung eines kleinen Gartens der Sinne im Außenbereich der Volkssolidarität. Nicht zuletzt, weil der Garten genau Sylvia Kmieciaks Ding ist. „Ich liebe Blumen.“

Die im Raum Bismark Aufgewachsene sei ansonsten ein absoluter Familienmensch. Ihre drei Kinder schenkten ihr bereits vier Enkelkinder. Alles passt also. „Und wenn sie mich hier so lange haben wollen, bleibe ich gerne bis zu meiner Rente.“ Dazu ein Lächeln von Frau Kmieciak, die so ganz ohne „sch“ oder „tsch“ ausgesprochen wird. Herzlich willkommen, Frau „Kmiziak“.