Heimatgeschichte

Als noch Schüsse auf dem Gehege fielen ... Spuren vom alten Schießstand in Oebisfelde verwischen langsam

Von Jens Pickert
Auf diesem Areal  an der Sporthalle am Bahnhof wurde bis Mitte der 1990er Jahre Tennis  gespielt. Mittlerweile werden dort Wohnhäuser gebaut und es wurde eine Lärmschutzwand zur Sporthalle hochgezogen.
Auf diesem Areal an der Sporthalle am Bahnhof wurde bis Mitte der 1990er Jahre Tennis gespielt. Mittlerweile werden dort Wohnhäuser gebaut und es wurde eine Lärmschutzwand zur Sporthalle hochgezogen. Foto: Jens Pickert

Oebisfelde

Das Gehege ist neben der Hans-Pickert-Sporthalle und der Sporthalle am Bahnhof das sportliche Zentrum von Oebisfelde. Genutzt wird das Sportgelände auf dem Gehege nicht nur zur körperlichen Betätigung, sondern der davor befindliche Bereich auch für diverse Feierlichkeiten.

Wann das Gehege zum Sportplatz wurde, ist nicht genau bekannt. Vermutlich um die 1880er Jahre. Dazu die Stadtforscher Friedrich-Karl-Sonntag und Horst Schröder in ihrer im Jahr 2000 erschienenen Chronik: „Obwohl 1876 der freiwillige Turnunterricht in Oebisfelde eingeführt wurde, fehlte es lange Zeit an entsprechenden Sportstätten. Erst die Gestaltung eines Sportplatzes auf dem Gehege brachte Besserung.“

Der Platz wurde nach und nach ausgebaut: für Fuß- und Handballer, Leichtathleten, Reitsportler und Hockeyakteure. Auch Umkleidekabinen und Sanitärräume kamen hinzu. Zudem wurde auf dem Gehege auch geschossen. Ein Kleinkaliberschießstand, in Höhe des jetzigen Tennisplatzes am nördlichen Rand des Sportplatzes gelegen, wurde eingerichtet. Wann dies geschah, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass der Schießstand noch zu DDR-Zeiten beispielsweise von verschiedenen Einheiten der sogenannten bewaffneten Organe wie Kampfgruppen, Volkspolizei, Zoll, Passkontrolleinheit genutzt wurde. Bekannt ist auch, dass dort Oebisfelder Jungen nach Geschosshülsen oder den Geschossen selbst suchten.

Mitte der 1990-er Jahre kam das Aus

Vom Kleinkaliberstand auf dem Gehege ist indes nicht mehr viel übrig. Einige Mauerreste befinden sich noch vor der Tennisanlage.Gänzlich verschwunden ist hingegen die einstige Tennisanlage hinter der Sporthalle am Bahnhof. Sie entstand zusammen mit dem Bau der Sporthalle, die 1967 eröffnet wurde. Gebaut wurde die Tennisanlage, wie auch die Halle, vor allem mit Unterstützung der Deutschen Reichsbahn und zahlreicher sportbegeisterter Oebisfelder.

Mitte der 1990er Jahre kam dann das Aus für die gepflegte Anlage. Die drei Plätze waren auf einem Areal gebaut worden, das einem ehemaligen Oebisfelder gehörte. Er bekam das Grundstück zurück. Die Kommune musste die Anlage zurückbauen. Inzwischen werden auf der alten Tennisanlage Wohnhäuser errichtet. Mit einer Lärmschutzwand ist das neue Wohngebiet von der benachbarten Sporthalle am Bahnhof abgeschottet. Es gibt noch zahlreiche weitere Sportstätten in Oebisfelde und in den Ortsteilen, die in der Versenkung verschwunden sind.

Vom ehemaligen Kleinkaliber-Schießstand auf dem Gehege ist bis auf einige Mauerreste nichts mehr übriggeblieben. Der Schießstand befand sich  in Höhe der jetzigen Tennisanlage.
Vom ehemaligen Kleinkaliber-Schießstand auf dem Gehege ist bis auf einige Mauerreste nichts mehr übriggeblieben. Der Schießstand befand sich in Höhe der jetzigen Tennisanlage.
Foto: Jens Pickert