Oebisfelde (hsh) l Mit kurzen Ansprachen im Gedenken an das Entstehen des Baumanleuchtens an der Büstedter Brücke setzten der Velpker Gemeindebürgermeister Mark Kreutzberg und die Oebisfelder Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch die Tradition dieser einstigen Völkerverständigung über alle Grenzen hinweg am Sonnabend fort.

Diese Minuten des Gedenkens standen aufgrund der Entwicklungen der Corona-Pandemie lange Zeit auf der Kippe. Nachdem mit noch strikteren Hygienemaßnahmen, die sogar bis in die Privatsphäre reichten, vor wenigen Tagen die Ausbreitung der sogenannten zweiten Welle der Pandemie eingedämmt werden soll, stellten Kreutzberg und Jacksch die Veranstaltung in der Durchführung infrage.

Ausschlaggebend für eine kurze Feierstunde im stillen Gedenken war letztendlich, so formulierte es Ortsbürgermeisterin Jacksch, dass die Veranstaltung im Freien und im kleinen Rahmen stattfinden konnte. Beide Repräsentanten kamen zudem überein, die Gedenkfeier öffentlich abzuhalten, wenngleich die Gäste das Baumanleuchten ausschließlich in Eigenverantwortung verfolgen konnten.

Eine Handvoll Zaungäste

Der Besucherzuspruch hielt sich, wie von Kreutzberg und Jacksch vorausgesehen, dann auch im sehr überschaubaren Rahmen. Etwas mehr als eine Handvoll Zaungäste fand sich dann doch am Sonnabend kurz vor 17 Uhr an der Büstedter Brücke ein. Der Platz war von der Feuerwehr Velpke abgesichert und beleuchtet worden. Trotzdem hielten es zahlreiche Autofahrer auf der vielbefahrenen Strecke an diesem Ort nicht für notwendig, vom Gaspedal zu gehen.

Die Historie: Mittlerweile drei Jahrzehnte ist es her, dass die niedersächsische Gemeinde Velpke und die seinerzeit noch kommunal selbstständige Stadt Oebisfelde ein partnerschaftliches Miteinander mit einem Vertrag besiegelten. Diese Bande hatte jedoch eine Historie, die schon lange vor diesem Tag seinen Anfang genommen hatte. Mit dem Beleuchten einer Tanne auf westlicher Seite der Aller, direkt an der damaligen streng bewachten innerdeutschen Grenze, brachten Einwohner aus Büstedt ihre Verbundenheit mit den nicht zu erreichenden Menschen über alle Grenzsicherungsmaßnahmen des SED-Regimes hinweg zum Ausdruck. Dieses Baum­anleuchten an der Büstedter Brücke wuchs mit der Grenzöffnung im Zuge der deutsch-deutschen Wiedervereinigung alljährlich am Vorabend des ersten Advents zum zentralen öffentlichen Symbol für das Miteinander der Menschen beiderseits der Aller auf.