Oebisfelde l Der Start in den Schulalltag nach den Weihnachtsferien mutete in den Oebisfelder Schulen unwirklich an: Während lediglich etwas mehr als ein Dutzend Mädchen und Jungen in die beiden Grundschulen kamen, bestand für die Abschlussklassen der Sekundar- und Gemeinschaftsschule Anwesenheitspflicht. Für Schüler der Klassen fünf bis neun galt hingegen wieder das schulische Angebot durch Homeschooling, also Lernen von zu Hause aus.

Die Schulleiterin der Sekundar- und Gemeinschaftsschule, Kerstin Grimm-Neubauer, spricht von einer großen Herausforderung für Schüler, Kollegium und Elternschaft. Die Schüler der Abschlussklassen stehen in der Vorbereitung für die Abschlussklausuren, bedürfen also intensiver Lernstoffvermittlung. „Damit diese große Anstrengung von den Schülern geleistet werden kann, ist der Präsenzunterricht mit all den Hygienemaßnahmen die beste Möglichkeit für den Lernzielerfolg für ein erfolgreiches Ende der Schulzeit“, sieht Grimm-Neubauer keine Alternative trotz Pandemie.

Eigenverantwortung beim Homeschooling

Für die anderen Schüler wird die Wissensvermittlung mittels Homeschooling gewährleistet. „Es ist gewiss ebenso eine Herausforderung für die Schüler, den Lernstoff aus einem digitalen Programm abzurufen, die Ziele und Lösungen zu erarbeiten und fristgerecht wieder über das Programm dem jeweiligen Fachlehrer oder der -lehrerin zu präsentieren. Wer dabei nicht am Ball bleibt, kann schnell ins Hintertreffen geraten“, erkennt die Schulleiterin auch eine Gefahr beim Homeschooling, auf die im Präsenzunterricht sofort reagiert werden könnte.

Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Grundschulen. Dort bestimmt die Notbetreuung seit dem gestrigen Montag den Schulalltag. Melanie Lutze als Schulleiterin der Drömlingsfüchse geht davon aus, dass die Schülerzahlen in den kommenden Tagen zunehmen werden. Waren es Montag etwas mehr als ein Dutzend Grundschüler, so erwartet sie schnell das Ansteigen auf das Doppelte. „Die Eltern haben sich durch ihre Erfahrungswerte aus dem ersten Lockdown organisiert. Doch gerade Alleinerziehende und Familien, bei denen Schichtarbeit zum Alltagsleben dazugehört, werden auf die Notbetreuung zurückgreifen müssen. Doch das Lehrerkollegium ist vorbereitet. Wir haben gelernt, mit Corona umzugehen“, heißt es von Lutze.

Ebenso sieht es Ulrike Eggers, die Schulleiterin der Grundschule an der Aller ist: „Die bestehenden Schutz- und Lernkonzepte haben den erhofften Erfolg beschert. Wir können flexibel und verlässlich agieren. Alles Weitere muss und wird uns, wie die Selbsttests, an die Hand gegeben werden“, beschreibt Eggers die derzeitige Pandemie-Prävention an ihrer Schule.

Eine andere Situation ergibt sich für die Notbetreuung in den Kinderbetreuungseinrichtungen. Dorthin können Eltern oder Alleinerziehende ihren Nachwuchs bringen, wenn eine Systemrelevanz für den berufstätigen Familienteil besteht. Dafür muss ein schriftlicher Nachweis des Arbeitgebers und eine schriftliche Erklärung des Erziehenden vorliegen, das keine alternative Betreuung möglich ist. Der Umfang der Notbetreuung sollte jedoch auf ein Mindestmaß beschränkt werden.

 

Beide Formulare sind auf der Landkreis-Homepage unter www.landkreis-boerde.de abrufbar.