Oebisfelde/Büstedt l Die jüngste deutsch-deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg in lebendiger Erinnerung der Menschen zu halten, das ist 73 Jahre später keine Selbstverständlichkeit als Allgemeinwissen bei den jüngeren Generationen mehr. Und auch die Wiedervereinigung beider deutscher Staaten vor drei Jahrzehnten mit dem Alltagsleben der Menschen in Ost und West davor ist bereits vielen der jüngsten bundesrepublikanischen Generationen ein gutes Stück fremd geworden. Deshalb ist dieser Ort an der Büstedter Brücke mit der neuen Grenzinfotafel auf neugestaltetem Grund ein Stück Lebensgeschichte und Mahnung. Historisch wichtig, auch weil dort zu Zeiten der als unüberwindlich geltenden innerdeutschen Grenze und bis heute alljährlich am 1. Advent das Tannenbaumanleuchten veranstaltet wird. Damals als Gruß über die Sperranlagen, heute als Zeichen der Wiedervereinigung im Miteinander.

Aus diesen Gründen hatte sich der Vorsitzende des Heimatvereins Oebisfelde, Ulrich Pettke, so seine Gedanken gemacht, wie die immer stärker verwitternde Grenzinfotafel auf niedersächsischer Seite zu ersetzen sei. In der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Christiane Schütrumpf fand Pettke die Denkerin und Lenkerin für das letztendlich 6600-Euro-Projekt, das ohne Unterstützung Dritter nie hätte verwirklicht werden können. Dafür dankte Schütrumpf in ihrer Festrede am Freitag unter anderem der Europäischen Union, dem Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig, in Person Henry Bäsecke von der LAG Grünes Band Helmstedt und Velpkes stellvertretenden Gemeindebürgermeister Herbert Groenke.

Dieser betonte nachdrücklich, dass sich die kommunalpolitische Ebene von Samtgemeinde und Gemeinde über dieses Engagement vom Heimatverein an der benachbarten Börde freue. Herzliche Grüße überbrachte Groenke ebenso namens des Heimatvereins Velpke. Für die Grenzausstellung im Burg- und Heimatmuseum, wo sich die Teilnehmer des Festaktes später nochmals zusammenfanden, überreichte der Velpker Mandatsträger drei Ausgaben einer Wolfsburger Tageszeitung vom Wochenende 22./23. Oktober 1949 mit dem Artikel „Die Ostzone wird nicht aufgeben“ und vom 3. Oktober 1990 „Das Glück der Einheit“ sowie eine Sonderveröffentlichung vom 9. November 1999 zum Thema 10 Jahre Grenzöffnung.

Bilder

Für die LAG „Grünes Band im Landkreis Helmstedt“ sprach Bäsecke von einem begeisternden Projekt, das bestens in das gemeinsame Touristikkonzept der Landkreise Helmstedt und Börde passe. Für die Stadt Oebisfelde-Weferlingen befand Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer, „dass der Heimatverein als Aushängeschild für die Stadt gilt. Mit viel Arbeit, Engagement und hohem Zeitaufwand verleihen die Heimatfreunde der Stadt und der Region große Attraktivität“. Der Heimatverein sorge seit Jahr und Tag dank zahlreicher und facettenreicher Projekte für ein attraktives Stadtbild, lautete dieser öffentliche Dank.

Der Rastplatz an der Bü-stedter Brücke mit der neuen Grenzinfotafel, Sitzbänken und Parkraum wurde zu einem Vorzeigeobjekt, weil Spendengelder und handwerkliche Hilfen von Oebisfelder Firmen und eine zweckgebundene Geldspende von einem Bankhaus kamen. Letztlich gelang dieses Projekt als länderübergreifende Gemeinschaftsleistung dank einer Vielzahl an Förderern aus zwei benachbarten Bundesländern für einen geschichtsträchtigen Treffpunkt.