Grünes Band-Projekt

Eindrücke fließen in Projekt ein

Dr. Hauke Heidenreich vom Landesheimatbund betreut das Projekt „Erinnerungskultur und Engagement am Grünen Band“. Am Freitag informierte er sich in Oebisfelde.

Von Jens Pickert
Steffen Wetterling (von links), Hauke Heidenreich, Christiane Schütrumpf und Ulrich Pettke besichtigten auch den alten Grenzstein an der Büstedter Brücke.
Steffen Wetterling (von links), Hauke Heidenreich, Christiane Schütrumpf und Ulrich Pettke besichtigten auch den alten Grenzstein an der Büstedter Brücke. Foto: Jens Pickert

Oebisfelde - Seine Ansprechpartner in der Allerstadt waren Christiane Schütrumpf, Ulrich Pettke und Steffen Wetterling vom Heimatverein Oebisfelde.

Erste Station des Besuches des Wissenschaftlers vor einigen Tagen war die Grenz-Infostelle an der Büstedter Brücke. Dort erklärte er auch, worum es bei dem Vorhaben geht. „Es soll eine Art Webseite entstehen, auf der verschiedene Akteure, Institutionen und Vereine aufgeführt werden, die mit der ehemaligen Grenze zu tun haben. Ziel ist mittelfristig eine Aufarbeitung und digitale Darstellung der Geschichte und heutigen Bearbeitung des Grünen Bandes in Sachsen-Anhalt aus verschiedenen historischen Perspektiven. Dazu sollen die bereits vorhandenen Initiativen und ihre Erkenntnisse gebündelt und sichtbar gemacht werden“, erläuterte Hauke Heidenreich. Das Grüne Band erstreckt sich in Deutschland über insgesamt 1393 Kilometer. Der Abschnitt in Sachsen-Anhalt beträgt 343 Kilometer.

In Oebisfelde wurde der Hallenser, geboren ist er allerdings in Köthen, natürlich fündig. Denn Oebisfelde kann auf eine lange Zeit als Grenzstadt zurückblicken. Die intensivste Grenzzeit für Oebisfelde war sicherlich die der deutschen Teilung. Die Stadt wurde nach und nach abgeschottet, verschwand praktisch von der Landkarte. „Unerwünschte Elemente“ wurden ausgewiesen und Nicht-Oebisfelder konnten die Stadt nur mit einem Passierschein, falls dieser genehmigt wurde, besuchen. Diese und viele andere Fakten und Geschichten rund um die Grenze hatten die Heimatfreunde für den Wissenschaftler parat, zeigten ihm aber auch, warum sich ein Besuch in Oebisfelde, der Stadt am Grünen Band, lohnt. Das Vereinstrio besichtigte mit Hauke Heidenreich nicht nur die Objekte einschließlich Mahnmal an der Büstedter Brücke, sondern auch die Info-Stelle des Allerradweges und den Skulpturenpark, die sich beide auf dem Dämmchen befinden und vom Heimatverein dort installiert wurden. Natürlich wurde auch das Museum des Vereins im historischen Gesindehaus auf dem großen Burghof besucht.

„Ich bin beeindruckt, was die Oebisfelder, speziell die Heimatfreunde, im Laufe der Jahre hier geschaffen haben. Für mich sind das alles ziemlich neue Erfahrungen. Denn von den damaligen Ereignissen, ich bin Jahrgang 1986, habe ich natürlich bewusst noch nichts mitbekommen. Erst nach und nach, auch durch Berichte meiner Eltern, konnte ich mir ein Bild schaffen“, erzählte Hauke Heidenreich. Geschärft werde es von den Infos vor Ort, von Menschen, die an der innerdeutschen Grenze, dem jetzigen Grünen Band, gelebt haben und dort immer noch leben. „Meine Eindrücke von Oebisfelde werden sicherlich mit in das Projekt einfließen“, versicherte er.

Präsentiert werden soll das Projekt im Netz wahrscheinlich im Laufe des kommenden Jahres.