Börde l Auch in den Grundschulen der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen erhalten Abc-Schützen am heutigen Sonnabend  ihre Zuckertüten – der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Wie seit Generationen selbstverständlich, werden Eltern, Geschwister und engste Verwandte sich mit den Abc-Schützen auf den Weg in die Schule aufmachen, die für die ersten Schuljahre sozusagen das zweite Zuhause wird. In der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen sind dies die Grundschulen in Rätzlingen, Weferlingen und in Oebisfelde. An allen Grundschulen wird es jeweils zwei erste Klassen geben – die sogenannte Zweizügigkeit.

In der Grundschule Rätzlingen wird Schulleiterin Petra Gericke am Sonnabend insgesamt 19 neue Erstklässler mit Herzlichkeit und Offenheit begrüßen. Im Vorjahr waren es noch 27 neue Erstklässler. Solche Willkommensworte werden die neuen 39 Grundschüler in Weferlingen von Schulleiterin Sabine Nieber hören. Im Jahr zuvor waren es dort 46 Abc-Schützen für die ein neuer Lebensabschnitt begann.

Auf die Schar von 39 Erstklässlern, so viele wie im Vorjahr, freut sich bei den Drömlingsfüchsen in Oebisfelde hingegen die Schulleiterin Melanie Lutze, während nach einer langen Genesungsphase erstmals wieder Ulrike Eggers an der Aller-Grundschule die 21 allerjüngsten Schüler für das Schuljahr 2018/19 begrüßt. Beim Start ins Schuljahr 2017/18 konnten dort lediglich 27 Mädchen und Jungen in die Schulzeit durchstarten.

Wie der sechsjährigen Anni Christina Grabow aus Oebisfelde, so geht es wohl den allermeisten Schulanfängern. Sie ist bereits seit Tagen „ja so aufgeregt“, dass es für sie selbst kaum zum Aushalten ist. Ihren ersten Schultornister hatte sie selbstverständlich selbst bestückt. Und die zukünftige Grundschülerin weiß auch schon, welche Zuckertüte die ihre sein wird, wenn sie in der Grundschule an der Aller heute Vormittag aufgerufen wird – nur was drin ist, dass hätte Anni Christina schon gern vorher gewusst. Das mit dem Inhalt ist für viele Eltern dann auch ein Problem: Die gesunde Ernährung ihres Kindes liegt ihnen am Herzen, aber die Zuckertüte heißt ja nicht umsonst so. Also entschließen sich die allermeisten Eltern ihrem Schützling den Schulanfang sprichwörtlich doch mit kalorienreichen Leckereien zu versüßen. Bei den hochsommerlichen Temperaturen gesellt sich allerdings ein ganz anderes Zuckertüten-Problem hinzu. Die Hitze schmilzt Schokolade und andere Süßigkeiten binnen Sekunden. Und auch Obst hält sich nur für eine bestimmte kurze Zeit, bevor die Schale bräunlich wird. Doch mit solchen Problemen wollen sich die Empfänger der Schultüten nicht beschäftigen, denn der Empfang einer Zuckertüte ist wohl der Höhepunkt für jedes neue Schulkind im Verlauf jeder Einschulungsfeier.

Mit dieser Feierstunde beginnt nicht allein für die jüngsten Grundschüler ein neuer Lebensabschnitt. Auch die Eltern müssen vom gewohnten Alltagsleben häufig schweren Herzens Abschied nehmen. Die Betreuung in einer Kindertagesstätte ist eben nicht mit der Schulzeit zu vergleichen. Ein erster Testlauf für Eltern und Schulkind startet bereits im Verlauf am Einschulungstag. Die Mädchen und Jungen werden erstmals bewusst von der elterlichen Führhand getrennt, indem sie in ihr zukünftiges Klassenzimmer gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer oder ihrer Klassenlehrerin einziehen. Dann folgen Minuten des Kennenlernens, während Mutter und Vater draußen hoffen, dass das Ganze was sie nicht mitverfolgen können, hoffentlich gut verläuft – für manche sicherlich eine Herausforderung.

Was die Neuen in den ersten Klassen alles erwartet, das erläuterten die Schulleiterin Lutze und Eggers: Die Erstklässler sollen am Ende ihres ersten Schuljahres sinnerfassend, jedoch nicht laut lesen können. Wörter können sie dann bereits so schreiben, wie sie die anhand der Lautsprache hören und schriftlich umsetzen können. Wenn es möglich erscheint, können schon erste Rechtschreibregeln in den Unterricht einfließen. Beim Rechnen wird der Zahlenraum bis 20 behandelt. Aber die Kinder können dann auch Uhrzeiten benennen, kennen soziale Regeln in einer Gemeinschaft und wissen um heimische Tiere sowie die Gesetzmäßigkeiten der Jahreszeiten.

„Unsere Beamten werden in den ersten 14 Tagen verstärkt auf Schulwegen präsent sein“

Joachim Albrecht, Pressesprecher Polizeirevier Börde

Den Schulanfängern wird der Einstieg ins Schulleben aber auch von der Polizei und der Straßenverkehrswacht erleichtert. „Unsere Beamten werden in den ersten 14 Tagen verstärkt auf Schulwegen präsent sei“, informiert Pressesprecher Joachim Albrecht vom Polizeirevier Börde in Haldenleben auf Anfrage. Die beiden Kontaktbereichsbeamten Matthias Lütkenmüller und Carolin Scharenberg werden wiederum die Aktion „Gelbe Füße“ für einen sicheren Schulweg anbieten. Und sie sprechen auch Erwachsene an, die unbedacht und vielleicht sogar leichtfertig ihre Schützlinge zur Schule begleiten.

Gemeinsam mit der Straßenverkehrswacht Börde hat die Polizei mit Transparenten seit Tagen auf den nahen Schulbeginn an markenten Plätzen hingewiesen. „Es müsste doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, als Kraftfahrer zum Schulbeginn besonders aufmerksam unterwegs zu sein“, meint Albrecht. Ohnehin sind die Straßenabschnitte vor den Oebisfelder Schulen und Kindertagesstätten verkehrsberuhigt ausgewiesen, Fußgängerampeln und 30er-Zonen sollten für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Aber auch die Eltern können eine ganze Menge in Sachen sicherer Schulweg tun, rät die Straßenverkehrswacht. So sollte steht ein Elternteil so lange den Weg zur und von der Schule begleiten, bis das Schulkind sich sicher im Straßenverkehr bewegen kann, was auch für die Nutzung eines Fahrrads gelten muss. In den ersten Wochen kann vorsichtshalber ganz auf das Rad verzichtet werden. Stets sollte sich für Erklärungen, Hinweise und Fragen des Kindes die notwendige Zeit genommen werden. Auch wenn die sogenannte dunkle Jahreszeit noch nicht angebrochen ist, sollten Schulkinder immer so gekleidet sein, dass sie im Verkehr auffallen.