Weferlingen l Emotional sichtlich berührt, war Wehrleiter Matthäus Barnstorff am Dienstag im Feuerwehrhaus, als er äußerlich gefasst das Wort stellvertretend für alle Feuerwehreinsatzkräfte und ebenso für die Anwärter in der Einheitsgemeinde den Unmut gegenüber dem Stadtrat kundtat. Anlass für diesen Protest war die Entscheidung des Ordnungs- und Wirtschaftsausschusses, der dem Stadtrat empfohlen hatte, entsprechende Aufwandsentschädigungen nicht zu zahlen. Der Protest von Barnstorff und seine Kameraden beinhaltete zudem auch den zusätzlichen Umstand, dass Feuerwehrfrauen wie -männer für die Teilnahme an Ausbildungen, statt den gesetzlich bestehenden Anspruch auf bezahlten Sonderurlaub nutzen zu können, sogar eigene Urlaubstage opfern mussten.

Weil Barnstorff die Kritik an das Stadtratsgremium gerichtet hatte, wollte Ratsvorsitzender Marko Alex (CDU) und SPD-Ratsherr die Antwort auf einen späteren Tagungstermin verschieben, da eine sofortige Klärung für das Stadtratsgremium unmöglich erschien. Die Vorsitzende des Ordnungs- und Wirtschaftsausschusses sowie Ratsfrau, Bogumila Jacksch (UWG), sah die Forderung der Feuerwehrleute als durchaus dringlich und gerechtfertigt an, verwies jedoch auf den Beschluss des Fachausschusses, der sich mit großer Mehrheit gegen finanzielle Ausgleiche ausgesprochen hatte.

Letztendlich kristallisierte sich durch mehrere Redebeiträge heraus, dass sich die Stadt Oebisfelde-Weferlingen finanziell überhaupt nicht in der Lage befindet, jährlich um die 100.000 Euro zusätzlich zum Budget der Feuerwehr zu stemmen. Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer brachte es mit dem Satz auf den Punkt: „Wenn wir diese Summe auszahlen würden, dann rollt kein Einsatzfahrzeug mehr aus seinem Gerätehaus.“ Was von der Anfrage übrig blieb, waren weiterhin unzufriedene Feuerwehrleute und eine verständnisvoll bedauernde Ratsrunde.

Feuerwehr Everingen ist Geschichte

In einer weiteren Angelegenheit in Sachen Feuerwehr erging ein einstimmiger Beschluss: Die Ortsfeuerwehr Everingen wird aufgelöst. Dieser Beschluss wird zur Bestätigung und Umsetzung an nun an das Innenministerium des Landes gesandt. Die Everinger Ortswehr-Mitglieder hatten dieses Ansinnen selbst gewünscht, da Einsatzbereitschaft und Ausbildung nicht mehr zu gewährleisten waren.

Wie Ordnungsamtsleiter Meyer informierte, könnten Feuerwehrmitglieder aus Everingen nunmehr zu jeder Zeit ihre Einsatzkraft als Mitglied einer anderen Wehr in Ortsnähe zur Verfügung stellen. Eine Fusion kommt für die Wehr Everingen nicht in Betracht.