Oebisfelde l Die beiden Schilder, jeweils an den Einfahrten Mauerstraße und Magdeburger Straße, standen dort über viele Jahre und wurden vergangene Woche als Ergebnis einer Verkehrsschau mit der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Börde entfernt. Darüber informiert der städtische Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer auf Anfrage.

Nicht informiert wurden indes die Anwohner über diese Tatsache. Sie starteten daraufhin eine Unterschriften-Aktion. 32 Frauen und Männer unterschrieben auf der Liste. Das Schreiben, die Unterzeichner bezeichneten den Schilder-Abbau unter anderem als „Nacht-und-Nebel-Aktion“ der Verwaltung, wurde inzwischen der Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) übergeben.

Wohl der Kinder steht im Blickpunkt

Einer der Unterzeichner war Karl-Heinz Langhof. Der Senior nahm am Montag als Gast an der Versammlung im Rittersaal teil und erläuterte die Situation: „Die Spielstraßen-Schilder hatten meiner Meinung nach ihre Berechtigung. Fakt ist, dass vor allem Kinder aus einem großen Wohnhaus, gelegen an der Mauerstraße, aufgrund fehlender Alternativen dort spielen. Außerdem befinden sich am Weg drei Ausfahrten, die schwierig einzusehen sind.“

Die Frauen und Männer des Ortschaftsrates diskutierten anschließend ausgiebig und auch kontrovers. Aber sie positionierten sich eindeutig. Konkret: Einstimmig empfahl der Rat, die Spielstraßen-Schilder wieder zu installieren. Diese Empfehlung geht an das Ordnungsamt beziehungsweise an die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises.

„Wahrscheinlich ist, dass der Abbau der Schilder rechtlich auf sicheren Füßen steht. Doch wir haben das Wohl unserer Kinder im Blick“, merkte Ortsbürgermeisterin Jacksch dazu an.

Das Wohl des Nachwuchses haben auch Anlieger der Kantstraße im Blick. Konkret die Anwohner, die im Straßenabschnitt zwischen Apfelweg und Niendorfer Straße wohnen. Sie hatten bereits Ende vergangenen Jahres einen Antrag an das Ordnungsamt gestellt. Inhalt: Die Bitte, ihren Straßenabschnitt als verkehrsberuhigten Bereich (Spielstraße) zu deklarieren.

Aber die Anwohner stießen damit auf Ablehnung. Ihrer Bitte wurde am 10. Dezember 2019 von der Stadt Oebisfelde-Weferlingen als der zuständigen Behörde nicht stattgegeben.

Antrag und Ablehnung wurden Bürgermeisterin Jacksch allerdings erst am 11. Februar 2020 vom Ordnungsamt in Kopie zur Kenntnis gegeben. Die Thematik war dann am 18. Februar 2020 ein Tagesordnungspunkt bei der Sitzung des Ortschaftsrates. Zu einer Entscheidung kam es nicht, sondern mit dem Antrag sollte sich der Ortschaftsrat ursprünglich in seiner nächsten Sitzung, dann mit einem Beschluss, erneut befassen. Das geschah jedoch nicht.

Antrag plötzlich wieder Thema

Erst bei der Juni-Sitzung am Dienstag landete die Kantstraße „plötzlich“, wie es Bogumila Jacksch formulierte, wieder auf der Tagesordnung. Für die einzelnen Punkte, die auf der Tagesordnung erscheinen, zeichnet zum Großteil die Verwaltung verantwortlich, hieß es von der Ortsbürgermeisterin in der Sitzung. Zu einem Beschluss mit Blick auf die Kantstraße kam es aber auch nicht am Dienstagabend. Anlieger Matthias Stottmeister erläuterte noch einmal den Antrag. Da an diesem Abschnitt kein Gehweg vorhanden ist, dort aber Familien mit vielen Kindern wohnen, wünschen sich die Anwohner, den Bereich in eine Spielstraße umzuwandeln. Aktuell ist dort Tempo 30 erlaubt. Matthias Stottmeister betonte auch, dass sich die Anlieger an den Baukosten, die entstehen könnten, eventuell beteiligen würden.

„Es muss geprüft werden, was machbar ist“, sagte Ortschaftsrat Marc Blank (CDU). Der Oebisfelder ist in diesem Bereich der Kantstraße selbst aufgewachsen. Allerdings war die Kantstraße damals noch nicht ausgebaut.

Der Antrag auf Widmung zu einer Spielstraße wurde indes auf Vorschlag von Ortschaftsrat Hartmut Schmidt (SPD) einstimmig an den Ordnungs- und Wirtschaftsausschuss verwiesen.