Oebisfelde l „Wir halten unseren Oebisfelder Stammkunden weiterhin die Treue“, verspricht Marktfrau Dahm, vor deren Küchenstand am Dienstag pünktlich um 9 Uhr bereits einige Kunden standen. Es waren Stammkunden, die sich hier frühzeitig an einem der Tische zusammenfinden, um über vielerlei Dinge zu diskutieren. „Das ist dann vergleichbar wie mit einem Frauenklüngel oder Herren-Stammtisch. Auf alle Fälle wird alles lokale Wichtige und überregional Minderwichtige durchgekaut“, weiß die immer bestens gelaunte „Küchenfee“, die es aber auch als waschechte Marktfrau versteht, sich Gehör zu verschaffen. „Das ist selten notwendig, doch immer gut zu wissen, dass es funktioniert“, meint sie mit einem Lächeln.

Sicherlich ist das Oebisfelder Markttreiben nach Einschätzung von Kordula Dahm eher ein beschauliches, nicht zu vergleichen mit dem in Haldensleben, wo sie auch mit ihrer mobilen Küche regelmäßig präsent ist. „Die Menschen, die unsere Stände aufsuchen, kommen gern und schätzen uns und unsere Angebote“, ist Dahm überzeugt.

Suppen auch bei Sommerhitze begehrt

Der Imbissstand ist das Zugpferd im Marktrund. Selbst bei sommerlichen Höchsttemperaturen finden sich Abnehmer für heiße Erbsensuppe, Gemüsesuppe und andere heiße Mahlzeiten. „Küchenfee“ Dahm hat aber auch Milchreis und Kaltschale im Angebot. So mancher Kunde lässt dafür zuhause die Küche kalt und holt sich auf dem Marktplatz seine „Mahlzeit-to-go“.

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Der Initiator des vor drei Jahren wiederbelebten Oebisfelder Wochenmarktes, Klaus Hermsdorf aus Buchhorst, öffnet seinen Stand mit polnischen Spezialitäten in den Sommermonaten nur im vierzehntägigen Rhythmus. Auch am gestrigen Dienstag blieb er wegen einer Einkaufstour in Polen dem Markt fern. Aber an solch einem heißen Tag den Stand zu öffnen, wäre der Qualität der Bonbons und Konfekt-Auswahl wohl nicht gut bekommen, sind die Standnachbarn im Marktrund überzeugt.

Seit etwas mehr als einem halben Jahr ist die Weddendorferin Ingrid Willhein zu den Marktbeschickern dazugestoßen. Sicherlich möchte sie auch ihre Waren an den Mann oder die Frau bringen, aber sie kommt noch aus einem anderem Grund zum Oebisfelder Wochenmarkt. Ingrid Willhein liebt solch traditionelles Markttreiben. Für sie gehören Altstadt und Wochenmarkt zusammen, gibt einem einst wichtigen Handelsort und Treffpunkt auch heute noch eine Wertigkeit, auch wenn die Bedeutung so gut wie verblasst ist.

Dass dieser Wochenmarkt regelmäßig veranstaltet wird, freut den Oebisfelder Senior Wolfgang Pettke und andere Stammgäste in besonderem Maße. Nicht nur, dass er dort seine Lieblingsspeise erhält, „dort lässt es sich nach seiner Aussage auch wunderbar für eine kurze oder längere Zeit unterhalten“. Zudem ist es ein kurzer Weg von seiner Wohnung. „Solch ein kurzer Weg ist ein entscheidender Grund, weshalb ältere Menschen den Wochenmarkt zum Einkauf aufsuchen. Und deshalb kommen wir immer wieder gern hierher“, meint Marktfrau Kordula Dahm.