Oebisfelde l Das ist eine Freude für die Mitglieder der Schützengilde Oebisfelde: Matthias Täger und seine sprühenden Freunde gestalten die Nordfront des Schützenheims am Bahnhof mit diversen Motiven.

„Matthias ist an uns herangetreten und hat gefragt, was wir von einer derartigen Aktion halten würden. Wir haben zugestimmt und uns bei der Kommune, die Besitzerin des Schützenheims ist, grünes Licht geholt“, informierte Norman Rother, stellvertretender Vorsitzender der Gilde.

So entwickelte sich zwischen dem Verein und Graffiti-Sprayern eine Hand-in-Hand-Aktion. Dazu Matthias Täger: „Die Schützen haben für Baufreiheit, in diesem Fall für Sprayer-Freiheit, und auch für Sichtfreiheit gesorgt. Denn die Nordfront war arg zugewachsen. Den gesamten Bewuchs haben die Schützen entfernt.“

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Die Gilde-Mitglieder, und auch UWG-Ortschaftsrat Axel Scharnhorst aus Wassensdorf – er gehört mit zu den Initiatoren der Aktion – beließen es aber nicht nur dabei, sondern sie verfolgen die Umwandlung der Nordfront stets auch vor Ort.

Sprayen am 40. Geburtstag

So auch am Freitagnachmittag, dem Tag des 40. Geburtstages von Matthias Täger. „Ich finde es richtig toll, was sich die Jungs haben einfallen lassen. Die Motive passen und endlich sind die sinnlosen Schmierereien verschwunden“, freute sich Norman Rother.

Neben dem Bahnhofstunnel war auch das Schützenheim im Laufe der Jahre immer wieder Ziel von Personen, die dort sinnlose Schmierereien hinterließen. „Ich hoffe und denke, das wird in Zukunft nicht mehr der Fall sein. Denn Flächen, die richtig professionell gestaltet sind, werden von diesen Personen erfahrungsgemäß gemieden“, betonte Matthias Täger.

Professionell ist es, was der aus Wenze stammende, aber inzwischen in der Oebisfelder Altstadt wohnende Altmärker Täger gemeinsam mit seinen Sprayer-Freunden an die Nordfront gebracht hat. Doch einfach war es nicht. Die Spraydose in die Hand nehmen und loslegen, das ist nicht.

Die Front wurde mit 140 Litern grundiert. Das erwies sich als ziemlich schwierig, da der Untergrund (Putz) sehr grobporig ist. Anschließend kamen dann 80 Liter Fassadenfarbe drauf. Die Kosten für die notwendigen Grundarbeiten hat übrigens Matthias Täger aus seiner Tasche bezahlt.

Anschließend startete das eigentliche Gestalten. „Wir haben uns für Grenzmotive entschieden. Schließlich war und ist Oebisfelde eine Grenzstadt. Auch das Schützenheim gehört dazu. Denn es diente bis zur Wende als Abfertigungsgebäude für Westreisende“, informierte Matthias Täger. So sind Grenzzaun, B-Turm, Schlagbaum und Grenzpfahl zu sehen. Unterbrochen sind die Grenzmotive von eigenen Kreationen der Graffiti-Künstler. „Diesbezüglich hat jeder seinen individuellen Stil und eigene Vorstellungen. Erfahrene Sprayer wissen, wenn sie derartige Bilder sehen, wer es gemacht hat“, erläuterte Matthias Täger.

Der Graffiti-Mann, der in der Stadt schon einige Spray-Aktionen angekurbelt und realisiert hat, will in Zukunft weiter am Ball bleiben. Nicht nur am Schützenheim oder im Tunnel. „Es gibt in der Stadt noch einige Flächen, die wir bearbeiten könnten“, ist der Oebisfelder überzeugt.