Oebisfelde l Völlig überraschend und geradezu zum idealen Zeitpunkt wurde Steffen Wetterling vom Heimatverein von einem Anruf überrascht, der den Stein ins Rollen brachte. Wetterling berichtet: „Ein seit drei Jahren leerstehendes Haus in der Oebisfelder Altstadt soll verkauft werden. Der glückliche Umstand für uns Heimatfreude war, dass dem Verein die Möglichkeit gegeben wurde, sich in dem weitgehend noch nicht ausgeräumten Haus umzuschauen, ob es denn für das Museum noch brauchbare Gegenstände geben würde. Die es dann ja auch gab.“

Vergangene Woche Freitag hatte dann der Heimatverein die Möglichkeit, das Haus im Beisein der Verkäufer zu besichtigen. Die Familie Bartels aus Kunrau stellte es dem Verein frei, sich auszusuchen, was für das Museum von Interesse ist.

Dem Verein war bekannt, dass der Großvater des letzten Besitzers, ein Oebisfelder Handwerksmeister, begeisterter Hobbymaler war, und seine Heimatstadt auch in mehreren Bildern verewigt hat, weiß auch Wetterling. Tatsächlich befanden sich unter weiteren Bilder auch fünf Malereien, die die Ausstellung in der Adventszeit nun bereichern werden, versichert der Oebisfelder Heimatfreund.

Aber auch über 100 Jahre alte Gemälde mit Darstellungen des Oebisfelder Männergesangvereins, Szenen imaginärer Landschaften oder Ehrendiplome von anno dazumal konnte der Verein übernehmen.

Uwe Bartels Teil der Familie

Zur Verkäuferfamilie gehört auch der Klötzer Bürgermeister Uwe Bartels. Ihm hatte eine inzwischen verstorbene Nachbarin den Wunsch übermittelt, doch dem Heimatverein diese einmalige Gelegenheit zu geben, auf Spurensuche zu gehen, berichtet Bartels der Volksstimme. Für ihn selbst war es keine Frage, diesen Wunsch zu erfüllen. Er ist überzeugt, damit auch dem Andenken seiner verstorbenen Verwandten ein ehrendes Angedenken zu bewahren.

Der Heimatverein dankt im besonderen Maße der Familie Bartels, so Wetterling. Der Vereinsvorstand möchte besonders zum Ausdruck bringen, dass mit solchen Gesten, sowie auch dank der vielen anderen Schenkungen und Zuwendungen, die der Verein erhalten hat, all das als eine hohe Wertschätzung der Vereinsarbeit angesehen wird.

Unter dem Motto „Oebisfelde – Blicke auf unsere Heimat ... früher und heute“ werden die Künstlerin Angelika Flaig und der Heimatverein Oebisfelde in diesem Jahr zum zweiten Mal eine gemeinsame Kunstausstellung veranstalten.

Die Bilder-Ausstellungen werden am zweiten und dritten Adventswochenende, jeweils sonnabends und sonntags von 13 bis 18 Uhr im Flaig-Atelier an der Oebisfelder Marktstraße zu betrachten sein. Die Auftaktveranstaltung mit Vorstellung von Bildern einstiger und aktueller Oebisfelder Maler sowie erklärenden Präsentationen findet am Freitag, 7. Dezember, um 19 Uhr dort im Atelier statt.