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FaschingKarneval: Schneeflittchen taucht in Hössig ab

Gute Laune pur gibt es in der 69. Session des Hörsinger Karnevalvereins. Prinzenpaar, Sitzungspräsidentin und Elferrat behalten von der Bühne aus das närrische Volk im Auge. Und auf der Bühne geht es sogar sportlich und märchenhaft zu.

Von Marita Bullmann 07.02.2024, 10:30
Der Prinz (Uwe Zawierucha) ritt forsch durch den Hörsinger Wald, um Schneeflittchen bei den  pfiffigen sieben Zwergen zu finden.
Der Prinz (Uwe Zawierucha) ritt forsch durch den Hörsinger Wald, um Schneeflittchen bei den pfiffigen sieben Zwergen zu finden. Foto: Marita Bullmann

Hörsingen. - „Hurra, das ganze Dorf ist da“, schmetterten die „Singenden Schnapsdrosseln“ lautstark in den Saal. Die große Gesangsgruppe unter der Leitung von Peter Schmidt lud ein zum Mitsingen und Schunkeln und zu ein bisschen mehr Bewegung bei „…einmal links, einmal rechts, einmal vor und zurück.“

Bei dreieinhalb Stunden Programm auf der Bühne tat das den Zuschauern im Saal ganz sicher gut. Bei den vielen bekannten Liedern von „Alles nur geklaut“ bis „Küss die Hand, schöne Frau“ konnten selbstverständlich alle mitsingen im Saal des Dorfgemeinschaftshauses, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. Und die „Schnapsdrosseln“ legten sogar zwei Runden ein.

Die Prinzengarde des HKV begeisterte nicht nur mit einem flotten Gardetanz, sondern hatte auch noch ein furioses Medley einstudiert. Die jungen Damen waren an diesem Abend viel beschäftigt.
Die Prinzengarde des HKV begeisterte nicht nur mit einem flotten Gardetanz, sondern hatte auch noch ein furioses Medley einstudiert. Die jungen Damen waren an diesem Abend viel beschäftigt.
Foto: Marita Bullmann

Nicht nur Hörsinger, sondern Gäste aus der ganzen Region feierten mit dem Hörsinger Karnevalverein. Die Aktiven des HKV boten in ihrer 69. Session alles auf, um die Gäste gut zu unterhalten. Dass sie dabei genau den Nerv des Publikums trafen, belegt wohl, dass der Ruf „Zugabe“ fast genau so oft wie der Schlachtruf des Vereins „Hössig, man tau“ durch den Saal schallte. Von Anfang an, als der Elferrat und das Prinzenpaar mit Garde und Gefolge in den Saal einzogen, bis zum Schluss, als alle Aktiven auf der Bühne standen und sich von den Gästen verabschiedeten, ging das Publikum begeistert mit.

Die Hörsinger Blaskapelle begleitete das Programm, spielte zum Einzug der Mitwirkenden, setzte immer wieder zum Tusch an und legte auch mal eine extra Runde ein. Doch bevor das närrische Treiben starten konnte, bat Zeremonienmeister Fynn Kasimir den Ortsbürgermeister Peter Schorlemmer, den Schlüssel abzugeben. Prinzessin Yvette I. und Prinz Marcel I. übernahmen mit dem Schlüssel die Regentschaft und wandten sich an ihr närrisches Volk. Dabei teilten sie auch aus, hatte sich doch in diesem Jahr kein anderes Paar gefunden, das sich die Herrschaft im Karneval zutraute. Deshalb hatte das Prinzenpaar von 2023 eine zweite Amtszeit angetreten und durfte auch wieder auf der Bühne im Goldkonfetti-Regen tanzen.

Sportlich und lautstark bejubelt zogen die „Chippendales“ in den Saal ein.
Sportlich und lautstark bejubelt zogen die „Chippendales“ in den Saal ein.
Foto: Marita Bullmann

Die „Kunterbunten Minis“ und die „Sternchen“, die Tanzgruppen der Jüngsten im Verein, erhielten nicht weniger Applaus als die Großen. Die Kinder fühlen sich auf der Bühne bereits genau so wohl wie ihre Vorbilder. Die Prinzengarde mit Tanzmariechen Lena Kasimir eröffnete den Reigen an diesem Abend. Und die Garde wirbelte noch ein zweites Mal über die Bühne, diesmal zu einem bunten Medley, wurde dafür kräftig gefeiert. Echte turnerische Meisterleistungen vollbrachten die „Chippendales“, die bei ihrem Auftritt auch schon mal lustig über die Bühne galoppierten. Das Männerballett versicherte „…manchmal ist das Leben nur eine Flasche Bier“, und die kam auch in Mannsgröße auf die Bühne. Das musste bei den „Bieraktivisten“ wohl sein.

Blaskapelle spielt Hymne

Bevor die Höschen Deibel ihre Show ablieferten, schloss sich der Vorhang für einen kleinen Bühnenzauber. Die gemischte Tanzgruppe entführte nämlich ins Märchenland. „Wer ist die Schönste im Hössig-Land?“, wollte die Königin, verkörpert von Doreen Fricke, wissen. Der Hexenspiegel gab ihr die passende Antwort. Und so beauftragte die enttäuschte Königin den Jäger, Schneeflittchen in den Wald zu bringen. Das arme Schneeflittchen, dem Manfred Skibbe Gestalt verlieh, landete im Haus der Zwerge, aß, trank und legte sich schlafen. Als die Zwerge heimkamen, waren es zunächst nur sechs, denn einer, der Klimakleber, war noch hinter den Bergen nach Eschenrode. Schon ging das Geschrei los: „Wer mein Bier getrunken?“, „Wer hat meine Wurst gegessen?“ Die Königin versuchte letztendlich, als der Schwindel aufgeflogen war, Schneeflittchen mit einem Döner aus Hössig aus dem Weg zu räumen, aber sie konnte den Prinzen, den Uwe Zawierucha (wie auch Koch und Jäger) mit ganzem Körpereinsatz spielte, nicht aufhalten. So endete die Hössiger Version des bekannten Märchens mit einer kleinen Show mit bunten Leuchtstäben.

Die Bütt wurde an diesem Abend zweimal aufgestellt. Norbert Daul kam als Polizist. Er sei zu einem Notfall hergerufen, versicherte er. Er hatte seine berufliche Laufbahn bereits als Schülerlotse begonnen und kannte sich daher im Metier aus. Achim Bornkampf berichtete von seinem Leben als Rentner und ließ das Publikum an vielen kleinen Alltäglichkeiten teilhaben. Und auch die Beiden kamen nicht ohne Zugabe von der Bühne.

Süplinger Narrenbund zu Gast

Zum HKV gehört selbstverständlich auch die Hörsinger Hymne. Die stimmten die „Schölecke-Spatzen“, unterstützt von der Blaskapelle, an und ließen den Saal mitsingen. Das Duo Achim Bornkampf und Thomas Matthies hatte zuvor aber schon mehrere andere bekannte Lieder gesungen, zum Schunkeln musste nicht extra eingeladen werden.

Die „Singenden Schnapsdrosseln“ unter der Leitung von Peter Schmidt brachten den Saal zum Kochen. Die Frauen stimmten einen Hit nach dem anderen an.
Die „Singenden Schnapsdrosseln“ unter der Leitung von Peter Schmidt brachten den Saal zum Kochen. Die Frauen stimmten einen Hit nach dem anderen an.
Foto: Marita Bullmann

Auch der Elferrat schunkelte übrigens immer mit. Sitzungspräsidentin Jennifer Krüger führte, und zwar in Reimen, durch das Programm, stellte die Mitwirkenden vor und verteilte auch Geburtstagsgeschenke. Zwei Mitwirkende hatten im vergangenen Jahr einen runden Geburtstag, und das Geburtstagskind des Tages kam aus Süplingen. Der Süplinger Narrenbund war mit einer kleinen Abordnung vertreten. Vizechef Jens Volkmann und Katja Buthge überbrachten Grüße und etwas, um die Kehlen zu ölen.

Nach dem großen Finale wurde im Saal weitergefeiert. Die Karnevalisten haben am nächsten Sonnabend noch eine Prunksitzung zu bestreiten. Und mit dem Umzug am Sonntag, 11. Februar, die 11.11 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus startet, geht die Session zu Ende. Danach beginnen sicher gleich die Planungen für 2025, für die 70. Session des HKV!