Oebisfelde l Der öffentliche Hilferuf von Müttern aus dem Stadtbereich Oebisfelde, die zu Jahresbeginn keinen Krippenplatz erhielten, hat mittlerweile viel Bewegung in Politik und Verwaltung ausgelöst. Nichtsdestotrotz haben vom Krippenplatz-Notstand betroffene Mütter ihrem Anspruch durch eine Klage gegen den Landkreis Börde entsprechenden Nachdruck verliehen, wie aus diesem Kreis zu erfahren war.

Und auch die Mitglieder von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG), die im Stadtrat und dessen Fachausschüssen vertreten sind, sahen sich veranlasst, ein Gespräch mit Bürgermeister Hans-Werner Kraul anzustrengen, das vergangene Woche im Oebisfelder Rathaus stattfand. Ziel der UWG-Delegation war es, den Krippenplatz-Notstand schnellstmöglich zu beenden, wie von den UWG-Teilnehmern zu erfahren war.

Optionen zur Abhilfe erörtert

Diesen gordischen Knoten zu zerschlagen, darum bemühen sich nunmehr die Kreisverwaltung Börde, die Stadtverwaltung Oebisfelde-Weferlingen und damit auch in der Konsequenz der Stadtrat. Noch aber steht diese Problemlösung nicht auf den Arbeitszetteln der Stadträte, wie Bürgermeister Kraul auf Anfrage informierte. Eine der frühesten Möglichkeiten dafür wäre die Stadtratssitzung am 17. März.

So oder so, dem Stadtrat ist die Not bei den Krippenplätzen bekannt, darüber wird nun in absehbar kurzer Zeit zu beraten und zu entscheiden sein. Wie Bürgermeister Kraul erläuterte, muss der Landkreis Börde sich binnen einer kurzen Karenzzeit um Krippenplätze für die klagenden Mütter bemühen – oder muss für deren beruflich bedingten Ausfälle bezahlen.

Mittlerweile wird aber an einer Lösung gearbeitet, die auf Dauer in ausreichender Anzahl Krippenplätze innerhalb der Stadt Oebisfelde-Weferlingen sichern soll. Wie Hans-Werner Kraul es ausdrückte, „sind alle Optionen auf den Planungstisch gekommen, die Abhilfe schaffen können“.

Zu diesen Möglichkeiten zählen unter anderem die Reaktivierungen der vor Jahren geschlossenen Kindertagesstätte Wassensdorf, die ebenfalls geschlossene Kita-Außenstelle in Breitenrode, aber auch das Mehrgenerationenhaus in Oebisfelde, Erweiterungen von Kinderbetreuungseinrichtungen und ein Neubau.

Auch die Möglichkeit, dass dieser künftige Krippenplatzzuwachs nicht von städtischem Personal betreut, sondern in der Verantwortung eines Drittanbieters gebaut und betreut wird, gehört zum Paket der Optionen. Die Vergabe an einen Drittanbieter war zudem Inhalt des Gesprächs zwischen der UWG und Bürgermeister Kraul, wobei die UWG das Drittanbieter-Projekt als akzeptabel und praktikabel beurteilte.

Planungssicherheit als Ziel

Von guten Voraussetzungen für eine auch zukünftig gesicherte Betreuung von Krippenplatzkindern spricht Hans-Werner Kraul. Es sei nun wichtig, eine Lösung herbeizuführen, die handlungssicher umgesetzt werden kann. Mit Blick auf die weiter steigenden Geburtenzahlen wäre es zudem sinnvoll, zwischen den Einrichtungen entsprechende Kooperationen anzubahnen, um Spitzenbelastungen abzufangen und Planungssicherheit für Eltern wie für das pädagogische Personal zu gewährleisten, so Kraul.