Buchhorst/Salzwedel l Die regnerischen, damit auch nasskalten Herbsttage haben nicht allein beim Buchhorster Jürgen Schulz neuerliche Kritik an den im Ort vorhandenen Bushaltestellen ausgelöst. Wie er nun in einer Mitteilung an die Volksstimme ausführt, hat Buchhorst seit der Stilllegung der Bahnstrecke Salzwedel- Oebisfelde und mit der Dorferneuerung im Jahr 2002 als Ersatz eine Buslinie erhalten, die den kleinen Drömlingsort regelmäßig anfährt. Dafür wurde an der Hauptstraße eigens eine barrierefreie Bushaltestelle mit Wartehaus gebaut. Zusätzlich wurde für den Linienverkehr ein großzügig bemessener Wendehammer in Höhe des Feuerwehrgerätehauses eingerichtet.

Bus stoppt nicht, wo Bürger es möchten

Doch schon seit längerer Zeit stoppt dort kein Linienbus mehr. Die Busse der Personenverkehrsgesellschaft (PVGS) Altmarkkreis Salzwedel auf der Strecke 300 bleiben an den provisorisch eingerichteten Haltestellen an der Landesstraße 22 (L 22) für das Ein- und Aussteigen stehen.

Ein Unding für Schulz. Seine harsche Kritik: „Diese provisorischen Haltestellen sind für die wartenden Fahrgäste nicht zumutbar. Bei Wind und Wetter müssten die Personen schutzlos dort im verkehrsreichen Kreuzungsbereich der Landesstraße auf den Bus warten.“ Er empfiehlt als beispielgebend eine Ortsbesichtigung morgens um 7 Uhr, wenn die Schüler auf die Busankunft warten.

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Mittlerweile habe es sich „eingebürgert“, dass die Busse nur noch „vor den Toren von Buchhorst halten“, ärgert es Schulz. Er kann das Verhalten der Nutzer der Linie 300 verstehen, dass die erst gar nicht zur Bushaltestelle an der Hauptstraße gehen, denn sie können nicht damit rechnen, dass dort ein Bus halten wird.

Auf Anfrage informierte die PVGS-Geschäftsführung, dass sie Verständnis für den Unmut der Buchhorster habe. Andererseits muss aber berücksichtigt werden, so Geschäftsführer Ronald Lehnecke, dass derzeit das Bahn-Bus-Landesnetz überarbeitet wird, wovon auch die Linie 300 Salzwedel-Klötze-Oebisfelde betroffen ist. Wie ihm, also Lehnecke, bekannt ist, sieht die aktuelle Planung vor, nicht nur das Angebot bei der Personenbeförderung, sondern auch die Streckenführung zu verändern. In diesem Zusammenhang müssen weitere Abstimmungen zwischen allen Beteiligten erfolgen.

Direkt Buchhorst betreffend, informiert der Geschäftsführer, dass die Ortschaft durch die Linie 300 nicht bedient werden kann, weil es eine Baumaßnahme in Wassensdorf gibt, die eine Durchfahrt für den Busverkehr bis Mitte Juni unmöglich macht.

Zu wenig Zeit für Stopp

Zudem weist Lehnecke da­rauf hin, dass die nach Aussage von Schulz provisorischen Haltestellen an der L 22 bereits zum Zeitpunkt der Einführung der Linie 300 neu eingerichtet wurden. Eine Maßnahme der PVGS, weil ein Anfahren der Haltestraße innerorts, also an der Hauptstraße, „aus fahrzeittechnischen Gründen nicht möglich war“. Lehnecke erweitert: „Aber auch anderen, an der Fahrstrecke liegenden Ortschaften mussten aufgrund der Gewährleistung von Bahn- und Busanschlüssen zusätzliche Halte verwehrt werden.“

Nicht in der Verantwortung sieht sich der PVGS-Geschäftsführer für bauliche Maßnahmen von Bushaltestellen. Für derartige Maßnahmen sieht er die jeweilige Gemeinde, in diesem Fall die Stadt Oebisfelde-Weferlingen in der Verantwortung. Der Buchhorster Schulz erwidert darauf, dass sehr wohl eine barrierefreie und wettergeschützte Bushaltestelle existiert, die aber eben nicht mehr angefahren wird. Ebenso verhält es sich mit der Haltestelle an der Wendeschleife auf Höhe des Feuerwehrgerätehauses. Wer dort auf einen Drömlingsexpress wartet, der hofft wohl vergebens auf ein weiteres Vorankommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln.