Oebisfelde l Kann sich der Landesbetrieb in Halle (Saale) tatsächlich rechtlich durchsetzen, hat dies für die OeWA, damit für die Kunden, finanziell weitreichende Folgen, wie Detlef Meyer, einer der drei Bereichsgeschäftsführer, auf Anfrage informierte. Meyer ist für den Bereich Koordination zwischen der Stadt Oebisfelde und der OeWA zuständig. Er erläuterte die mögliche Problematik, die bereits seit geraumer Zeit besteht, jedoch nun mit Auslaufen der Einleitungsgenehmigung zu drastischen Veränderungen in der Abwasserbeseitigung führen kann.

Maßnahme könnte eine Million Euro kosten

Eine sogenannten Versagung der Erlaubnis würde bedeuten, dass aufgrund des Einleitungsverbots in den Haubegraben eine komplett neue Pipeline vom Klärwerk bis zum Aller-Kanal gebaut werden müsste. Eine Investition, die mit geschätzten Kosten von bis zu einer Million Euro beziffert wird. Diese Investition würde sich dann zwangsläufig auf die Beitragsentgelte der Kunden auswirken, so Meyer. Die aktuellen Gebühren für Abwasser liegen auf einem landesweit niedrigsten Niveau mit 2,80 Euro je Kubikmeter.

Bisher gestaltete sich die Aufbereitung der Abwassermengen bis zur Einleitung in den direkt am Klärwerk verlaufenden Haubegraben als unproblematisch. Das betrifft nach seiner Auskunft voll umfänglich die Behandlung der Mengen in einem Größenverhältnis von 700 bis 900 Kubikmetern täglich, wie auch die Reinigungsstufen bis hin zum Abfluss in den Haubegraben in Richtung Aller.

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Geklärtes Wasser sichert Artenschutz

Messungen der Landesbehörde, hätten nun allerdings ergeben, dass die Qualität des Abwassers nicht ausreichend sei, um das gereinigte Schmutzwasser in den Haubegraben abfließen zu lassen. Die OeWA habe parallel dazu ebenfalls Messungen veranlasst, die nach deren Auffassung jedoch belegen, dass die Gewässergüte im Haubegraben nicht durch das eingeleitete Abwasser beeinträchtigt wird. Vielmehr sei unter anderem die moorhaltige Beschaffenheit des Grabenverlaufs einer der ausschlaggebenden Faktoren für die Wasserbeschaffenheit.

Wie Meyer anmerkte, habe selbst die Biosphärenreservatsverwaltung Drömling keine Bedenken, dass das gereinigte Abwasser in den Haubegraben abfließt. Die zusätzlichen Wassermengen würden sogar begrüßt, da insbesondere in Trockenperioden die Feuchte des Untergrunds erhalten bleibt, bedrohte Pflanzen ihren Lebensraum nicht verlieren oder sogar absterben. Eine Entscheidung über die Einleitung sei angesichts der unterschiedlichen Auffassungen derzeit noch offen, so Meyer.