Oebisfelde l Auf den EU-Parlamentarier hatten sich die Neuntklässler schon vorbereitet. So führten Sophie Schmidt und Moritz Körtge aus der 9 b in das Thema ein, blieben im Kern aber bei der Person Arne Lietz. Der gebürtige Mecklenburger gehört dem EU-Parlament seit 1994 an. Er ist dort Mitglied der Fraktion der „Progressiven Allianz der Sozialdemokraten“. In seinen Funktionen in Ausschüssen widmet er sich den Beziehungen zu Israel, der Rüstungspolitik, den Krisenherden im Nahen Osten, auf dem Balkan wie auch der Lösung des Problems der Krim-Annexion und Klärung von Flüchtlingsfragen sowie der weltweiten Klimapolitik. Dafür unterhält der oft auf Reisen in politischer Mission befindliche Lietz drei Büros in Magdeburg, Brüssel und Straßburg.

Diese personellen Erläuterungen von Lietz nahmen dann schon viel Zeit bei dem Schulbesuch in Anspruch. Seiner Aufforderung, ihn mit Fragen zu löchern, blieben die Jugendlichen bis auf wenige Ausnahmen schuldig. Angesprochen wurden eine aus Schülersicht mangelnde Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und die Ukraine-Russlandkrise. Kritik wurde auch an von den Schülern als „reißerisch und überzogen“ empfundene Berichterstattung aus Krisengebieten geübt, ohne dass dabei konkrete Beispiele benannt wurden.

Die Neuntklässler blieben auch nach den Erläuterungen vom städtischen Wirtschaftsförderer Peter Schorlemmer und von Oebisfeldes Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) in der Zuhörerrolle. Schorlemmer griff das Thema europäischer Binnenmarkt auf, kam dabei auf die Chancenerweiterung der Kommunen durch EU-Fördermaßnahmen zu sprechen. Als plastische Beispiele nannte er die Sanierung der Sekundarschule Oebisfelde und den Anbau des Fahrstuhls an die Burg mit der Sanierung des Kaminzimmers. Jacksch führte das Schengen-Abkommen an, betonte dabei das Reisen nur mit dem Personalausweis im europäischen Raum. Nicht zuletzt, aber umso wichtiger unterstrich sie die in der EU garantierte Meinungs- und Pressefreiheit. Ein kostbares Gut, das in vielen Staaten der Welt unterdrückt, sogar unter Vorwänden verboten werde. Aber auch in wenigen EU-Ländern existiere unterschwellig solches Ansinnen.