Oebisfelde l Zum Thema der Veranstaltung am Dienstag an und in der Oebisfelder Nicolaikirche im Rahmen der 3. Demografie-Woche Sachsen-Anhalt, die eine lebendige Zukunft auch für die Menschen im Einzugsbereich des Biosphärenreservats Drömling zum Inhalt hatte, präsentierten sich insbesondere örtliche Vereine mit Ständen und viel Engagement. Im Veranstaltungsrund vor der Kulturkirche war das Catering der zentrale Anlaufpunkt. Zudem gehörten hochprofessionelle Info-Stände des Veranstalters, dem Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, dazu.

Es bot sich den Besuchern ein einladendes, zukunftsweisendes Gesamtbild für eine regionale innovative Zukunft. Allerdings fehlte es an Besuchern aus Stadt und Land. In der Überzahl interessierten sich der Heimatverein Oebisfelde und Vertreter vom Heimatverein Breitenrode, vom Landesforst Sachsen-Anhalt, vom Verband Freizeitreiter Deutschland und Repräsentanten des Biosphärenreservats sowie vom Leader-Management für die Veranstaltung.

Schwall an Kritik wegen EPS

Als die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie in Sachsen-Anhalt, Prof. Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen), ihren Rundgang unternahm, konnte sie noch nicht erahnen, dass sie sich nach ihrem Statement zum Biosphärenreservat Drömling und der sich anschließenden Podiumsdiskussion einem Schwall an Kritik in Sachen Eichenprozessionsspinner (EPS) ausgesetzt sehen würde. Es wurden im Verlauf der Podiumsdiskussion mit der Ministerin und den Gesprächspartnern Ulf Stautmeister von der Biosphärenreservatsverwaltung Drömling, Jörg Lauenroth-Mago als Bio-Nebenerwerbslandwirt, Detlef Meyer von der Stadt Oebisfelde-Weferlingen und Gerhard Reinecke von der LAG „Rund um den Drömling“ mit jeweiligen Vorstellungen zum sanften Tourismus viele Vorschusslorbeeren für das angestrebte Ziel eines länderübergreifenden Biosphärenreservats Drömling verteilt. (Anmerkung der Redaktion: Eine Berichterstattung darüber folgt in der nächsten Ausgabe.)

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Ordnungsamtsleiter Detlef Meyer von der Stadt Oebisfelde-Weferlingen erläuterte die derzeit nur mit spärlichem Erfolg vorgenommenen Bekämpfungsmaßnahmen innerhalb der Kommune im Bemühen, eine Gefahrenabwehr der Spinnerbrut in einem Bereich von 500 Metern zu bewohnten Gebieten zu garantieren. Der Aufwand wie die finanziellen Mittel im Vergleich zu den Erfolgen seien dafür exorbitant hoch, eine Lösung dringend erforderlich, so Meyers Fazit.

Belastung ist individuelle Frage

Ministerin Dalbert stellte in Aussicht, dass aktuell in einer Versuchsanstalt Möglichkeiten erforscht werden, wie der Spinnerbrut beizukommen ist. Es bleibe dabei jedoch die Frage, wie auch die Nestgespinste voller Nesselhärchen entsorgt werden können. Grundsätzlich aber, so Dalbert, könnten die EPS-Raupen einer gesunden Eiche nichts anhaben. Die würde sich nach einem Fraßbefall von selbst regenerieren.

Auch sei die EPS-Belastung für Menschen individuell verschieden. Je nach Konstitution reagierten Personen stark bis gar nicht beim Kontakt mit den Nesselhärchen, so die Ministerin. Um wohl dem Thema die Brisanz zu nehmen, berichtete Dalbert von Gebieten in Frankreich, wo EPS-Gespinste massenweise an Eichen zu finden seien, sich die Bevölkerung deshalb aber nicht aufrege. Schließlich beendete die Ministerin das Thema mit dem Satz, dass „EPS nicht den Weltuntergang bedeutet“.

Ein Satz, bei dem die Oebisfelder Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) die Entrüstung ins Gesicht geschrieben stand. Jacksch entgegnete Dalbert, dass sie sich enttäuscht von dieser Sichtweise zeige. „Es geht hier um den Lebenswert der Menschen vor Ort“, mahnte Jacksch.