Oebisfelde l Die Chance bestens beim Schopfe gefasst, so könnte das Resümee für die Live-Sendung des MDR am Freitagabend vom großen Oebisfelder Burghof aus lauten. Vergessen schien der große Aufschrei der Empörung durch den Ortschaftsrat im Vorfeld des Sendetermins, weil die Hörsinger Blaskapelle anstatt Musikensembles aus dem Stadtbereich in der knapp halbstündigen Live-Sendung mitwirkten. Die Ausstrahlung ins Land wurde dank des Engagements des Heimatvereins, allen voran Steffen Wetterling als Repräsentant in historischer Kluft und als Interviewpartner von Moderatorin Sandra Berndt, zu einer Einladung, die Allerstadt und den Drömling zu besuchen. „Wir haben unser Potenzial an Sehenswürdigkeiten und Gastfreundschaft bestens und einladend präsentiert“, hieß es von Wetterling im persönlichen Abspann nach der Sendung.

Bürgermeister Hans-Werner Kraul (CDU) weilte ebenfalls unter den vielen Besuchern der Live-Sendung, die übrigens auch in der MDR-Mediathek abrufbar ist. Er befand diese Ausstrahlung „als einen Super-Gewinn für Stadt und Land“. Dass im Vorfeld Fehler bei der Kommunikation zwischen Stadtverwaltung und Ortschaftsrat aufgetreten sind, bedauerte Kraul. Das schmälert nach seiner Auffassung aber nicht das Ergebnis. Diese Sendung müsste eigentlich wie ein Denkanstoß von außen gegen eingefahrene Strukturen wirken, damit das Schubkastendenken, also die sogenannte Kirchturmpolitik, endet, dafür das Zusammenwachsen zu einer sich innerlich kräftigenden und äußerlich starken Einheitsgemeinde vorankommt, lautet eine andere Betrachtungsweise von Kraul.

Wie er in diesem Zusammenhang erwähnte, hatte die Blaskapelle Hörsingen nach Bekanntwerden der Misstöne aus dem Ortschaftsrat beim MDR angefragt, ob der Auftritt noch wie geplant stattfinden solle. Von dort kam als Antwort, dass allein und ausschließlich die Redaktion der Sommerserie den Ort und die Mitwirkenden bestimme. Solche Misstöne habe es bislang im Vorfeld einer Ausstrahlung nicht gegeben, lautete die Antwort der Sendeleitung.

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Zur Live-Sendung: Entspannte Gesichter zeigten sich bereits gut eine halbe Stunde vor Sendungsbeginn bei der MDR-Crew und dem Heimatverein. Der Burghof füllte sich zusehends mit Publikum. Wenige Minuten später waren die Sitzbänke komplett besetzt, das Catering-Team des Heimatvereins war prompt im Servicestress.

Der Männergesangsverein Oebisfelde trug als ersten musikalischen Höhepunkt das Drömlingslied als Aufzeichnung vor, garantierte damit den vom MDR-Team erwarteteten Sendungsauftakt. Die Hörsinger Blasmusik spielte dann klang- wie stimmungsvoll mehrmals auf, so dass auch die emotionale Erwartungen an den Tischen für den 19 Uhr-Start bestens waren. Gründe, weshalb die Sendung mit einer jubelnden Applauswelle vom mitfiebernden Publikum begann. Professionell im Interview vor laufender Kamera dann Steffen Wetterling bei seiner Präsentation der Allerstadt, der Historie und über Sehenswürdigkeiten. Diszipliniert dabei, die zahlreichen Oebisfelder, die als „Beiwerk im Hintergrund“ mitwirkten.

Für die Zuschauer an den Fernsehern wurden zudem Sequenzen von historischen Bauwerken und der Naturlandschaft des Drömlings eingespielt. So entstand ein bunter wie repräsentativer Bilderbogen, der Stadt und Land bestens zu Gesicht steht.