Oebisfelde l Aller Anfang ist schwer, nicht anders ergeht es der Arbeitsgemeinschaft (Arge) Tourismus für den Stadtrat Oebisfelde-Weferlingen, ist eine Erkenntnis aus dem Gespräch mit dem Vorsitzenden Jörg Lauenroth-Mago. Doch der Nebenerwerbslandwirt nach Demeter-Vorgaben sieht für den sanften Tourismus im Drömling beste Möglichkeiten, wenn mit Blick auf das länderübergreifende Unesco-Biosphärenreservat Drömling von Beginn an grundsätzliche Strukturen geschaffen werden, um damit die Interessenten diesen Zweck geweckt werden können.

„Ich meine die Interessenten aus Politik und Landwirtschaft, den Menschen, die hier leben und wohnen und mit den Touristen. Wir müssen den Schick des Drömlings in die Welt tragen“, lautet die Botschaft des Arge-Vorsitzenden.

Mit im Arge-Boot sitzen für die Stadtratsfraktionen die Mitstreiter Martin Krems-Möb-beck (SPD) aus Walbeck, Jörg Stövesandt (CDU) aus Weferlingen, Bogumila Jack (UWG) aus Oebisfelde und Reinhard Hortig (Die Linke) aus Hörsingen. Als Beisitzer fungiert Wirtschaftsprüfer Peter Schorlemmer – eine mögliche zentrale Person im Dienste der Sache, so der Vorsitzende. Und selbstverständlich gehört Bürgermeister Hans-Werner Kraul zum Gremium.

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Mit Partnern für ein Konzept

Doch allein dieses große Unterfangen anzugehen, das noch weitestgehend in den Kinderschuhen steckt, wäre vermessen, weiß Lauenroth-Mago. Deshalb gab es Gespräche mit Partnern, wie der Naturparkverwaltung Drömling und den Nachbar-Kommunen. Das Projekt Tourismus muss nach Ansinnen des Rätzlinger Vorsitzenden als ein Netzwerk einer Fremdenverkehrsregion Drömling funktionieren. Dafür hält Lauenroth-Mago es für ein Muss, Vereine wie die Walbecker Turmfalken, den Weferlinger Bürgerverein oder den Heimatverein Oebisfelde mit in die regionale Diskussion für ein zukunftsfähiges Tourismusmus- und Vermarktungskonzept mit einzubeziehen.

„Mit dem bereits vorliegenden Konzept, das hoch professionell unter Federführung der Naturparkverwaltung in Oebisfelde entstanden ist, besitzen wir ein Gerüst, das uns als roter Faden dienen kann. Wir beginnen nicht bei Null, sondern haben dadurch Fakten an der Hand“, sieht Lauenroth-Mago diese Seiten als Steilvorlage für das Werden eines sanften und überregional wirksamen Anziehungseffekts für Urlauber aus Großstädten und Ballungsräumen.

Menschen der Region begeistern

Dass das Thema „Urlaub auf dem Land“ auch ohne großen finanziellen Aufwand für eine Region gewinnbringend erfolgen kann, dafür nimmt Lauenroth-Mago die „Kulturelle Landpartie“ im niedersächsischen Wendland im Landkreis Lüchow-Dannenberg als Paradebeispiel. Dort strömen für wenige Tage bis zu Pfingsten wahre Menschenmassen in diese Region, erleben und genießen Kulturangebote für Kinder wie Erwachsene praktisch in jedem Dorf. Und die Touristen, die kommen, reisen mit Familie an, sind mit Rädern unterwegs und suchen Natur und Ruhe mit Unterhaltungswert“, sieht der Arge-Vorsitzende Chancen, diesen sanften Tourismus auf den Drömling zu übertragen.

Als wesentliches Erfolgsrezept dieser Landpartie-Tage sieht Lauenroth-Mago, dass die Menschen in der Region den sanften Tourismus wollen. Davon zeugen Angebote von Übernachtungen oder Urlaubstage in Pensionen, Heuhotels, in Ferienwohnungen auf Bauernhöfen und in Unterkünften bei Privatleuten.

Hier muss für ihn ein Mitmachen der Menschen aus der Region und der Gastronomie erfolgen. Gravierende Dinge, wie das Ausweisen von Wegenetzen fürs Wandern und Radfahren müssen digital als Information abrufbar sein. Und auch am Urlaubsort sind Karten und ausgeschilderte Strecken ein Muss, sieht der Rätzlinger Nebenerwerbslandwirt wichtige Voraussetzungen für eine Tourismusregion Drömling. Ebenso ist es entscheidend, den Erholungssuchenden entsprechende Angebote mittels Internetauftritt bis in die Wohnstube und in die Büros zu offerieren, so eine andere Forderung. Vielleicht ist es möglich, einen „Tag der Region“ zu veranstalten, sind Überlegungen, die die Arge bereits ins Auge gefasst hat.

„Wir müssen den Schick des Drömlings in die Welt tragen“, wiederholt Lauenroth-Mago seine Forderung nach mehr Mut in Sachen Gastfreundschaft. „Gelingt solch eine Entwicklung, profitieren alle Menschen in der Region von einem nachhaltigen Tourismus, der die Natur nicht belastet“, ist sich der Vorsitzende sicher.