Weferlingen l Für den öffentlichen Teil der Sitzung des Stadtrates der Einheitsgemeinde Stadt Oebisfelde-Weferlingen benötigen die 26 Mitglieder am Dienstagabend in Weferlingen nur eine kurze Zeit. Ein Grund mit war die Vertagung des Tagesordnungspunktes über die Reaktivierung der ehemaligen Kindertagesstätte in Wassensdorf, die zeitlich begrenzt als Krippe genutzt werden soll.

Den Antrag dazu brachte Linken-Stadträtin Silke Wolf ein. Nach ihrer Auffassung sei es zwingend, dass der Schul- und Sozialausschuss sowie der Ortschaftsrat Oebisfelde im Vorfeld eines Stadtratsbeschlusses sich mit dem Thema nochmals auseinandersetzen. Ihr Antrag erreichte gegen die Stimmen der drei WfO-Fraktionsvertreter und Ortsbürgermeisterin Bogumila Jacksch (UWG) die von Wolf beabsichtigte Absetzung von der Tagesordnung.

Als Taktieren gegen den Bedarf von Eltern, die auf einen Krippenplatz angewiesen sind, ordnete Jacksch diese Absetzung ein. „Damit wird ein bestehendes Problem nicht nur auf die lange Bank geschoben, vielmehr schadet diese Vertagung dem Ansinnen der Stadt, eine familienfreundliche Kommune zu sein“, hieß es von Jacksch gestern auf Anfrage. Der Ortschaftsrat Oebisfelde und auch der Schul- und Sozialausschuss haben sich bereits eindeutig für die Übergangslösung ausgesprochen, die Kreisverwaltung die Reaktivierung befürwortet, so die Ortsbürgermeisterin. „Diese Hinhaltetaktik ist für die Bedürfnisse junger Familien in Oebisfelde kontraproduktiv“, sieht Jacksch kommunalpolitisches Kalkül als Hintergrund.

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Dass ein aktueller Engpass an Plätzen für die Kinderbetreuung in städtischen Einrichtungen besteht, wurde erst zum Ende der öffentlichen Sitzung deutlich. Der CDU-Stadtratsvorsitzende Marc Blanck fragte an, ob bei der Kinderbetreuung in Oebisfelde derzeit ein Defizit besteht. Amtsleiterin Dörte Wulff informierte, dass es diesen Engpass gibt, die Stadtverwaltung sich derzeit aber mit dem Problem intensiv befasse. Nach Auskunft der Amtsleiterin für Finanzen und zentrale Verwaltungsdienste „sieht es positiv mit der Erteilung von Ausnahmegenehmigungen aus“.