Oebisfelde l „Der Volkswagen-Konzern steckt zurzeit im größten Wandel der Unternehmensgeschichte. Die Vorgaben des Gesetzgebers beim Schadstoffausstoß werden immer strenger, und gleichzeitig kommen in innerhalb nur weniger Jahre Entwicklungen wie der E-Antrieb oder das ,Autonome Fahren‘ auf uns zu. Das alles müssen die Kolleginnen und Kollegen bei Volkswagen gleichzeitig auf die Reihe bekommen. Das ist ein echter Kraftakt“, umriss der stellvertretende Vorsitzende des VW-Gesamt- und Konzernbetriebsrats Stephan Wolf bei seinem Besuch der IG Metall-Wohnbezirks Oebisfelde. In dem Wohnbezirk-Zusammenschluss unter Leitung des Oebisfelder Matthias Polepp sind derzeit über 1000 Mitglieder organisiert, jedoch waren zur Versammlung kurz vor den Pfingstfeiertagen nicht mehr als 15 Personen gekommen.

In seinem Referat verdeutlichte Spitzengewerkschaftler Wolf, dass die VW-Konzernspitze im Werk in Wolfsburg den Einstieg in die E-Mobilität mit dem Elektro-Golf schon geschafft hat. „Im Zukunftspakt haben wir dann vereinbart, dass die nächste Generation der E-Fahrzeuge in Zwickau gebaut wird. Gleichzeitig geht die Produktion aller Modelle von Golf und Golf-Variant aus Zwickau nach Wolfsburg. Damit sichern wir langfristig die Auslastung in Wolfsburg“, sieht Wolf eine erfolgreiche Absicherung für die lokalen Arbeitsplätze an den jeweiligen Produktionsstandorten.

Kündigungsschutz bis zum Jahr 2025

Der Spitzengewerkschaftler bei VW betonte in Oebisfelde mit Sicht auf wirtschaftliche Zielstellung des Konzerns, dass der Betriebsrat dem Unternehmen mit dem Zukunftspakt einen Kündigungsschutz der Arbeitnehmer bis zum Jahr 2025 abgerungen hatte. „Kein Kollege und keine Kollegin muss sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz machen, auch nicht, wenn sich viele Dinge bei VW ändern werden“, propagierte Wolf vor kleiner Runde der Wohnbezirksmitglieder.

Als eine weiterhin große Herausforderung bezeichnete Wolf die Umstellung der Berechnung vom Kohlendioxid-Ausstoß nach den Richtwerten und Vorgaben des WLTP („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“, deutsch: weltweit einheitliches Testverfahren für leichte Fahrzeuge). „Für WLTP muss VW wie alle anderen Autohersteller auch, die Emissionen der Fahrzeuge neu messen. Das Prüfverfahren dazu ist sehr aufwändig, informierte Wolf. Und er räumte ein, dass deshalb Kunden vielleicht nicht jede Modellvariante rechtzeitig zur Verfügung stehen wird. „Wir arbeiten an einem Produktionsprogramm, mit dem wir diese begrenzte Zeit managen können. Diese Zielstellung betrifft aber erst die Zeit nach dem Werksurlaub“, blickte Wolf in die unmittelbar nahe Zukunft.

Dass die Wirtschaft bei VW brummt zeigt auch, dass die Volkswagen dank der guten Auftragslage die seit Weihnachten 2017 beschäftigten Leiharbeiter in feste Arbeitsverhältnisse übernommen hat, so Polepp. Darunter waren auch nicht wenige Leiharbeiter aus der Region Oebisfelde und Weferlingen. Diese Arbeitsplätze sind jedoch nicht unbefristet. Sie gelten zunächst lediglich für die kommenden zwei Jahre, hieß es von Gewerkschaftler Polepp.