Oebisfelde l Trotz Gluthitze sprudelt Wasser im Wasserwerk Oebisfelde in rauen Mengen aus den Tiefbrunnen. Und es kann noch weitaus mehr gefördert werden. Aber Mensch und Natur ächzen derzeit unter der aktuellen Gluthitze, manch ein Zeitgenosse durchlebt dank Hitzestau sogar schweißgebadete Nächte. Wenngleich die große Hitzewelle am morgigen Donnerstag abebben soll, so bleibt die Trockenheit – und das bereits seit vergangenen April.

Wohl in der Sache die erfreulichste Information kommt da aus dem Oebisfelder Wasserwerk an der Magdeburger Straße. Dort bei der Oebisfelder Wasser und Abwasser GmbH (OeWA), einer LSW-Tochter, schießt stetig Grundwasser aus dem Erdreich. Es wird gereinigt, gefiltert und aufbereitet, bis alle Parameter zweifelsfrei anzeigen, dass dieses Grundwasser als Nahrungsmittel ins Leitungsnetz eingespeist werden kann, so dass Kunden nur noch den Wasserhahn öffnen müssen, auch um sich nur zu erfrischen.

Bereichsleiter Dieter Rode bezeichnet die damalige Konservenfabrik in Oebisfelde an der Salzwedeler Straße als einen Glücksfall für die aktuelle Wasserversorgung. „Die ,Kompott-Bude‘, wie der VEB OGEMA (Obst-Gemüse-Marmelade) bis zur Abwicklung kurz nach der Wende scherzhaft tituliert wurde, war mit 5000 Kubikmeter Trinkwasser täglicher Abgabemenge der Abnehmer schlechthin“, blickt Rode zurück.

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Großes Volumen an Grundwasser

Nach seinen Erläuterungen konnte so viel Grundwasser gefördert werden, weil im Untergrund die Wassermengen der Ohre und der Aller sich im Raum Oebisfelde annähern, sogar eine Wasserscheide bilden und so ein großes Volumen an Grundwasser vereinen.

„Diese Mengen von einst werden aktuell nicht benötigt. Aber wenn, dann könnten wir das wieder dauerhaft leisten“, versichert auch Netzmeister Uwe Rossa. Er ist im Wasserwerk der Herrscher über das Nass – der Neptun. Nach seinen Informationen liegt der Trinkwasserverbrauch in diesen Sommermonaten bei 1000 Kubikmeter am Tag. Es können bei den Tagen mit Top-Temperaturen auch Spitzen um die 1200 Kubikmeter erreicht werden. „Das wird hier im Wasserwerk aber immer noch durch nur zwei Pumpen abgedeckt. Wir haben fünf von diesen Hochleistungsaggregaten freihängend auf 25 Meter Tiefe in speziellen Brunnen installiert. Und jeder dieser Brunnen ist speziell gegen Fremdeinwirkungen gesichert“, heißt es vom Netzmeister.

Nach den statischen Auswertungen verbraucht ein OeWA-Kunde, also grundsätzlich ein Haushalt, 90 Liter Trinkwasser am Tag – der bundessweite Durchschnittswert liegt bei 150 Liter. Der Härtegrad vom Wasser, das vom Oebisfelder Wasserwerk gefördert wird, weist den hohen Wert von 32 Grad Deutscher Härte auf. Wenn die aufbereiteten Mengen dann in Richtung Haushalte abströmen, beträgt dieser Wert nur noch 8 bis 9 Grad, informiert Rossa. Trotz noch zahlreich bestehender privater Brunnenbohrungen, lassen sich Haus- und Gartenbesitzer immer öfter einen sogenannten Brauchwasserzähler installieren. So können sie Trinkwasser aus dem Wasserwerk nutzen, zahlen jedoch nicht den sonst fälligen Betrag für Schmutzwasserentsorgung. Eine Investition, die sich allerdings erst ab einer Abnahmemenge von zehn Kubikmetern lohnt, rät Bereichsleiter Rode zum Rechnen.

Die OeWA hat im Jahr 2016 insgesamt 305.220 Kubikmeter Trinkwasser geliefert, in 2017 waren es 307.170. Die erlaubte Gesamtmenge beträgt insgesamt 490.000 Kubikmeter.