Groß Germersleben l So fürsorglich sich der Kirchenmusiker Werner Jankowski um in die Jahre gekommene Instrumente kümmert, so akribisch hat sich der ehemalige Berliner auf das Gespräch mit der Zeitung vorbereitet. Und mit seinem neuen Zuhause in der alten Kirchenschule von Groß Germersleben lebt er in vier Wänden gemeinsam mit vielen Instrumenten. Denn seit April 2014 beheimatet das sanierte Gebäude das Kompetenzzentrum für Orgel und Harmonium des Kirchenkreises Egeln.

Der Kantor der Oschersleber Kirchengemeinde ist zugleich Kirchenmusiker und Kantor für die Börde, begleitet die Kirchengemeinden der Region in Sachen Kirchenmusik, betreut und organisiert Höhepunkte der Gemeinden, leitet Chöre, seit jüngster Vergangenheit auch den neu entstandenen Chor in Langenweddingen. „Aber im Aufbau des Kompetenzzentrums für Orgel und Harmonium sehe ich schon etwas Besonderes. Vor allem die Arbeit mit den ehrenamtlichen Organisten liegt mir sehr am Herzen“, so Werner Jankowski. In den zurückliegenden Jahren sind zahlreiche Orgeln in den Kirchengemeinden des Kirchenkreises Egeln saniert worden. Doch zugleich sind vor allem die ehrenamtlichen Organisten in die Jahre gekommen, haben sie aus Altersgründen ihr Amt aufgegeben. „Deshalb ist es so wichtig, Nachwuchs heranzubilden“, berichtet der Kantor. Seit Bestehen der Groß Germersleber Einrichtung hat er bereits verschiedene Schüler, egal welchen Alters, betreut und ihnen versucht, die hohe Kunst des Orgelspiels beizubringen. „Weitere Schüler sind willkommen“, meint der Kirchenmusiker.

Das Kompetenzzentrum für Orgel und Harmonium in Groß Germersleben hat sich bereits in der gesamten Propstei und damit bis hinauf nach Stendal einen Namen gemacht.

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Das Programm der Einrichtung für das neue Jahr liegt vor. Ende April sind ehrenamtliche Organisten angesprochen, wenn es unter der Überschrift „Jeden Sonntag wieder...“ um die Vorstellung leichter Orgelliteratur zur Begleitung der Gottesdienste geht. Zu den Angeboten des Kompetenzzentrums gehören ebenso das Erlernen des Stimmens von Zungenregistern, das Improvisieren beim Orgelspiel oder das Kennenlernen der Orgelregister und ihrer Wirkung. Um den Harmonium-Workschop nicht zu vergessen. „Gerade in vielen Gemeinderäumen kommen diese Instrumente heute noch häufig zum Einsatz. Aber auch das Spiel auf dem Harmonium will erst erlernt sein, deshalb bieten wir gesonderte Kurse an“, erklärt Werner Jankowski.

Er selbst hat inzwischen eine ganze Reihe derartiger Instrumente aus verschiedenen Epochen gesammelt. Sie fanden in der Groß Germersleber Kirche einen Platz oder werden auch verliehen. Nicht selten greift Werner Jankowski selbst zu den Werkzeugen und repariert oder baut die Instrumente wieder auf. Oftmals fungiert ein ausgedientes Harmonium auch als Ersatzteilspender.

Interessierten verrät Werner Jankowski schon jetzt, dass er für den 5. März eine Führung durch das Kompetenzzentrum für Orgel und Harmonium in Groß Germersleben plant. Dann können auch die alten Instrumente in Augenschein genommen werden.