Oschersleben l Mit leisem Sirren schwebt eine Drohne am Himmel über Oschersleben. Sie hat eine Kamera an Bord. Gerichtet ist diese auf die verschiedenen Dachflächen des Kaufhauses O. Auf diese Weise will die Bewos mögliche Schäden und Mängel suchen. Durch die Übertragung der Bilder auf einen Tablet-PC haben Martin Rohde von der Bewos und Sebastian Reinsch vom Architekturbüro Krause alles im Blick. Ebenfalls mit dabei ist Simone Siermann von der Bewos als Projektleiterin. Sie lassen sich auch vom Regen nicht beeindrucken.

Die gute Nachricht lautet: „Das Dach ist intakt und dicht“, erklärt Thomas Harborth, der Geschäftsführer der Bewos. Trotzdem gibt es einiges zu tun. An manchen Stellen fehlt eine ordentliche Ableitung des Regenwassers. An anderen Stellen führt diese zunächst einmal durch das Haus. „Normalerweise führt man das Regenwasser aber so schnell wie möglich vom Gebäude weg“, verdeutlicht Thomas Harborth. Insgesamt gebe es „einige Ecken, an denen nachgearbeitet werden muss“.

Kaufhaus 1994 gebaut

Zum Hintergrund: Das Kaufhaus O. wurde 1994 gebaut. Neben dem eigentlichen Markt umfasste es auch mehrere kleine Geschäfte und eine Kneipe. Im zweiten Obergeschoss gibt es Büros. Sie wurden laut Thomas Harborth unter anderem von Bildungsträgern genutzt. Zeitweise hatte sich auch ein Teil der Stadtverwaltung eingemietet. Viele Shops hätten jedoch relativ schnell aufgegeben. Bis 2013 blieb zunächst das reine Kaufhaus übrig. Dann stand das Gebäude leer - abgesehen von einem Optik-Geschäft.

Bilder

Im vergangenen Jahr hat die Bewos das Kaufhaus O. erworben, und zwar für eine „sechsstellige Summe“, wie Thomas Harborth erklärt. Es gab verschiedene Veranstaltungen, unter anderem Konzerte. Jetzt soll das Gebäude saniert und umgebaut werden - für eine „siebenstellige Summe“. Die genauen Kosten will der Geschäftsführer der Bewos nicht beziffern.

Auf seinen drei Etagen bietet das Kaufhaus O. eine Fläche von rund 2500 Quadratmetern. Direkt nach dem Kauf hat die Bewos mit der Vermarktung begonnen, so Harborth. Nun wird es ernst: Noch im Oktober sollen mit den ersten Mietern Verträge abgeschlossen werden. Hauptsächlich handele es sich um Dienstleister und Verwalter auf dem sozialen und aus dem Gesundheitsbereich. Händler seien leider nicht dabei. Dessen ungeachtet hoffe die Bewos, durch die Sanierung und erneute Vermietung des Kaufhauses die Oschersleber Innenstadt beleben zu können.

Inneres des Kaufhauses ausbauen

Dafür ist allerhand geplant: Bereits Ende 2019 sollen nicht mehr benötigte Elemente im Inneren des Hauses zurückgebaut werden. Anfang des nächsten Jahres beginne dann der neue Innenausbau. Auch das Heizsystem muss laut Thomas Harborth umgebaut werden. „Wir holen an einigen Stellen Dinge nach, die eigentlich schon beim Bau hätten erledigt werden müssen“, so der Bewos-Geschäftsführer. Darüber hinaus sei der Aufzug in die Jahre gekommen und müsse erneuert werden.

Die Bürostrukturen im zweiten Obergeschoss sollen laut Thomas Harborth im Wesentlichen erhalten bleiben. Allerdings werden die Fußböden und die Elektrik erneuert. In den unteren beiden Stockwerken sollen durch das Einziehen neuer Wände kleinere Nutzungseinheiten entstehen. Das große Treppenhaus, das beide Etagen verbindet, werde verschwinden, erklärt Thomas Harborth. Ende 2020 sollen dann die ersten Mieter einziehen können.