Oschersleben l Wenn Pfarrer Johannes Heinrich am heutigen Nachmittag mit den Gläubigen der Oschersleber Kirchengemeinde St. Nicolai im Gemeindesaal einen Silvester-Gottesdienst feiert, wird vor allem das Jahr 2018 verabschiedet. Doch schwingt dabei sicherlich auch schon ein zweiter Abschied mit. Zumindest ein wenig. Ist dieser Gottesdienst doch eine der letzten größeren Aufgaben, die Johannes Heinrich im Auftrag der Evangelischen Kirche in Oschersleben erfüllt.

Für den 34-jährigen Pfarrer beginnt nämlich morgen der letzte Arbeitsmonat in Oschersleben. Am 1. Februar wird er bereits in Sonneberg sein. Ganz genau im evangelischen Gemeindezentrum Wolkenrasen Sonneberg, wo er an diesem Tag inmitten einer Plattenbausiedlung eine neue Pfarrstelle antritt. „Das ist eine Aufgabe, auf die ich mich schon sehr freue.“

Damit geht Johannes Heinrich nach Thüringen zurück. Hat der im sachsen-anhaltinischen Bergwitz bei Lutherstadt Wittenberg aufgewachsene Pfarrer doch nach Theologiestudium in Berlin, Greifswald und Halle sowie vor seinem Einsatz in Oschersleben in Erfurt sein dreijähriges Vikariat, sprich seine praktische Ausbildungszeit zum Pfarrer absolviert. Um danach im sogenannten Entsendungsdienst in die Bodestadt zu kommen. „Dieser Entsendungsdienst dauert drei Jahre, nach denen sowohl die Gemeinden als auch der Pfarrer die Möglichkeit haben, zu schauen, wie es weitergehen soll“, sagt Johannes Heinrich, der sich schließlich entschieden hat, Oschersleben in Richtung Sonneberg zu verlassen.

Auch für Ortschaften zuständig

„Oschersleben war eine sehr wichtige Station für mich“, sagt Johannes Heinrich, der seit September 2015 nicht nur für Oschersleben selbst, sondern auch für die Kirchengemeinden Hordorf sowie Neindorf und Beckendorf zuständig war. „Ich hatte hier zum ersten Mal als Pfarrer Verantwortung, habe dabei viel gelernt und ganz sicher auch den einen oder anderen Fehler gemacht, also Lehrgeld gezahlt“, sagt Johannes Heinrich.

Dem die Entscheidung, Oschersleben zu verlassen, nicht leicht gefallen sei. „Das war ein langer Prozess“, sagt der Pfarrer, der vor gut drei Jahren gemeinsam mit einem Studienkollegen und guten Freund in diese Region gekommen war. Doch hatte dieser Freund seine Stelle in Wackersleben recht schnell wieder verlassen. „Auch das hat sicherlich bei meiner jetzigen Entscheidung eine Rolle gespielt“, sagt Johannes Heinrich, der die Mitglieder der hiesigen Kirchengemeinden genauso vermissen werde, wie die Kirchengebäude.

Innenraum während der Amtszeit saniert

Und dabei die kleine Kirche in Günthersdorf genauso wie die große Stadtkirche Sankt Nicolai in Oschersleben, deren Innenraum während seiner Amtszeit gut ein Jahr saniert worden ist. „Darum hat sich vor allem der Gemeindekirchenrat gekümmert, wofür ich ihm sehr dankbar bin“, so der Pfarrer, der in diesem Zusammenhang auch der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Oschersleben dankt, die während dieser Zeit ihr Gotteshaus seiner Gemeinde unter anderem für Konfirmationen zur Verfügung gestellt hast.

Gelegenheit, all denen zu danken, denen Johannes Heinrich danken möchte, hat der Pfarrer am 20. Januar. Denn an diesem Tag findet in der Nicolaikirche ein Abschiedsgottesdienst statt, der um 14 Uhr beginnt.