Leader-Projekt unterstützt Vorhaben am Aller-Radweg

Alter Turnraum wird zur Fahrradstation umgebaut

Von Ronny Schoof

Die alte Schulsporthalle an der Ummendorfer Straße in Eilsleben wird einem neuen Zweck zugeführt. Noch in diesem Sommer soll dort eine Fahrradstation mit angeschlossener Werkstatt eröffnen.

Eilsleben l Mit Fahrrädern kennt sich Steffen Mosel aus. Er sitzt gern und oft im Sattel - vorzugsweise auf internationalen Strecken und nicht gerade wenig anspruchsvoll. Die Alpen hat der Pedalritter bereits mehrfach mit dem Rad überquert, trat die Kette über 1000 Kilometer quer durch Norwegen und erkundete mittels Beinkraft die Schönheiten Islands, Spaniens und Tschechiens. Auf seinem Mountainbike fühlt sich Steffen Mosel pudelwohl, organisiert in seiner Freizeit auch schon mal Radtouren für andere. Mit dieser Leidenschaft als Antrieb schlägt der Weltenbummler nun in Eilsleben einen neuen Weg ein. Unterstützt von der EU-Förderstrategie "Leader" für den ländlichen Raum, will der 40-Jährige im einstigen Turnraum der Gemeinde an der Ummendorfer Straße eine Fahrradstation eröffnen. Die seinerzeit schon in die Jahre gekommene Immobilie hielt noch bis in die Neunziger mehr schlecht als recht als halbwegs zweckdienliches Objekt für den Schulsport her, hatte spätestens mit dem Neubau der großen Mehrzweckhalle dahinter jedoch endgültig ausgedient.

"Ich will so schnell wie möglich loslegen und die diesjährige Fahrradsaison noch nutzen", gibt sich Mosel selbst die Marschroute vor. In Ummendorf hat er bereits die im Dezember eröffnete Fahrradstation unter seine Fittiche genommen. Auch dort hatte die Leader-Aktionsgruppe "Flechtinger Höhenzug" (LAG) für den Ausbau des alten Feuerwehrschuppens Fördergelder aus dem EU-Topf akquiriert. "Das zuständige Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten hat uns für das Projekt in Eilsleben einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn bestätigt", erklärt LAG-Manager Wolfram Westhus. Damit seien die beantragten Fördermittel über 30000Euro, die ein Drittel der Gesamtfinanzierung ausmachen, "so gut wie sicher" und stehe das Konzept auf festen Füßen. "Die Förderung von Kleingewerbe, verbunden mit der Belebung des Tourismus im ländlichen Raum, ist eines der Kernanliegen von Leader", betont Westhus.

Die Erfahrungen in Ummendorf machen Steffen Mosel zuversichtlich. In Eilsleben will er einen Schritt weiter gehen und nach Möglichkeit die berufliche Selbstständigkeit wagen: "Ich möchte dauerhaft einen Anlaufpunkt für Radler etablieren - mit Verkauf, Vermietung und Reparatur." Äußerlich soll sich nichts ändern, innen wirbeln schon die ersten Handwerker für eine neue räumliche Aufteilung. Das Parkett bleibt erhalten, ebenso wie einige Sportgeräte, die Mosel gedenkt, aufzupolieren "und als bunte Tupfer in die Ausstellungsfläche zu setzen". Zusätzlich zum Fahrradgeschäft will sich ein Laden für Dekorationsartikel einmieten.