Ausleben l Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt werden können. Ist doch zwei Tage zuvor vom Kreistag festgelegt worden, dass die Ausleber Sekundarschule Thomas Müntzer nicht geschlossen wird, sondern erhalten bleibt. Was lange Zeit auf der Kippe stand. Und nach solch einer positiven Nachricht nun einen Tag der offenen Tür zu gestalten, das hat den Schülern, Lehrern und auch Eltern gestern besondere Freunde bereitet.

Der Öffentlichkeit gezeigt

„Da die Schule jetzt wieder eine Perspektive besitzt, wollen wir uns mit solch einem Tag nicht zuletzt unseren künftigen Schülern und deren Eltern sowie der weiteren Öffentlichkeit zeigen“, sagte Schulleiter Detlef Bratzke. Weshalb die Schüler und Lehrer den Besuchern unter anderem vorgestellt haben, wie der Unterricht in den einzelnen Fächern abläuft und dazu auch etliche Unterrichtsmittel präsentiert.

Michelé Bläsner und Selina Zängler aus der Klasse zehn haben beispielsweise mit ihrem Lehrer Dietmar Hilliger in einem der Klassenräume etliche Physik- und Chemie-Experimente aufgebaut und den kleinen und großen Besuchern vorgeführt. Anderswo bestand die Möglichkeit, zu basteln, zu malen, sich das Computerkabinett anzusehen oder sich anderweitig zu beschäftigen. Zudem wurde in der Eingangshalle an einem weihnachtlichen Stand einiges angeboten sowie auf dem Schulhof gegrillt und Kinderpunsch gereicht.

Gäste kamen von überall

Auch standen die Lehrer, die Schüler und die Elternvertretung als Ansprechpartner zur Verfügung. Eine Möglichkeit, die unter anderem Christiane Schulz genutzt hat, die mit ihrer Tochter Pia aus Barneberg nach Ausleben gekommen war, um sich die Thomas-Müntzer-Schule anzusehen. Andere Gäste waren aus Ausleben selbst, aber auch aus solchen Orten wie Wulferstedt, Hötensleben oder auch Hamersleben.

Ein Gast kam gar aus Thüringen nach Ausleben angereist. Und zwar Lutz Schulz von der gemeinnützigen „Kinderhospiz Mitteldeutschland GmbH“. Haben doch die Ausleber Schüler vor einigen Wochen eine große Spendenaktion für diese Einrichtung gestartet.

Unterstützung zugesagt

Um die soziale Kompetenz der Kinder zu stärken, hatten sich zuerst Schulsozialarbeiterin Doreen Schmitz und Elternsprecherin Claudia Jauns über Schülerrat und den Klassensprecher mit den insgesamt 172 Mädchen und Jungen über mögliche Projekte verständigt. „Nachdem sich die Schüler intensiv informiert hatten, haben sie sich einmütig entschieden, das Kinderhospizprojekt zu unterstützen und auch gleich losgelegt“, sagt Doreen Schmitz.

Was dabei nicht zuletzt Lutz Schulz sehr beeindruckt hat ist die Tatsache, dass die Kinder nicht einfach etwas von ihrem Taschengeld zusammengelegt, sondern dass sie aktiv geworden sind. Die einen haben Kuchen, Plätzchen oder Kekse gebacken und verkauft. Andere haben für dieses Projekt gebastelt und wieder andere sind mit Spendenbüchsen von Haus zu Haus gegangen.

Herzenssache und Dankeschön

Gestern nun haben die Klassensprecher dem Hospizvertreter die prall gefüllten Spendendosen übergeben und im Gegenzug dafür von Lutz Schulz nicht nur ein großes Dankeschön, sondern die Auszeichnung „Schule mit Herz“ bekommen.

Eine Auszeichnung, über die sich Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt genauso gefreut hat, wie über den jetzt vom Kreistag beschlossenen Weiterbestand der Sekundarschule. Weshalb er auch gleich den Tag der offenen Tür genutzt hat, um mit dem Schulleiter über künftige Sanierungs-, Verschönerungs- und Erneuerungsarbeiten an und in den Schulgebäuden zu sprechen und ihm mitzuteilen, dass er die eine oder andere davon bereits am Tag nach der Kreistagsentscheidung in Angriff genommen hat.