Völpke l Landtagspräsidentin, Landrat, Verbandsgemeindebürgermeister, Ratsvorsitzender – der Reihe nach kamen sie hereingeschneit, als Wolfgang Smolin sich mit der Familie gerade zum Kaffee gesetzt hatte und bereiteten dem Geburtstagskind somit eine freudige Überraschung. Lediglich Gattin Lisa war eingeweiht und wusste, was und wer da kommt. „Da fehlt ja nur noch der Haseloff persönlich. Wo ist er denn?“, scherzte hingegen der Jubilar und begrüßte Gabriele Brakebusch, Martin Stichnoth, Frank Frenkel sowie Werner Müller in der Runde. „Es ist noch genug Kuchen da, ihr müsst aber auf der Terrasse sitzen, hier im Raum wird es sonst etwas zu eng.“

Landtagspräsidentin als Überraschungsgast

Zuvor jedoch gab es noch eine gewisse Pflicht zu erfüllen, „eine Ehrung, lieber Wolfgang, die du dir absolut verdient hast“, kündigte Frank Frenkel an, was Landrat Martin Stichnoth dann offiziell verlas: „In Anerkennung der für das Land und seine Bürger erworbenen besonderen Verdienste verleihe ich Herrn Wolfgang Smolin, Völpke, die Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt. Gezeichnet Ministerpräsident Reiner Haseloff.“

Es sei die richtige Würdigung, waren sich Müller und Frenkel einig, die Smolins 13-jährige Amtszeit als Bürgermeister unmittelbar miterlebt haben. Für viele im Dorf ist er es noch, der Bürgermeister, obwohl Wolfgang Smolin das Amt zum 30. April niedergelegt hatte, um zeitgleich mit der Kommunalwahl die Wahl eines Nachfolgers zu ermöglichen.

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13 Jahre lang Bürgermeister

Daraus wurde bekanntlich nichts, da sich zum Stichtag kein Bewerber gefunden hatte. Smolin kommentierte das nach der Übergabe der Ehrennadel am Freitag augenzwinkernd so: „Eigentlich wollte ich mich ja nochmal für die Neuwahl bewerben, aber jetzt, mit dieser Auszeichnung, kann ich wohl doch nicht mehr Bürgermeister von Völpke werden.“

Der Name Smolin jedoch wird zumindest in den nächsten Monaten noch auf den Gemeindepapieren zu finden sein, denn im Gemeinderat wurde vergangene Woche Jens-Uwe Smolin, Wolfgangs Sohn, zum stellvertretenden und damit amtierenden Bürgermeister ernannt. „Da es für diese Funktion mehrere Bewerber und Wahlgänge ohne absolute Mehrheit gab, musste das Los entscheiden“, berichtet Frank Frenkel, der die Stellvertreterwahl geleitet hat. Das Los für den zweiten Stellvertreter entfiel auf Kai Bögelsack.