Die Interessenquoten in den einzelnen Orten

Im Ergebnis der Gespräche mit den Bürgern der Verbandsgemeinde Westliche Börde haben insgesamt 26 Prozent der Einwohner Interesse am verbandsgemeindeeigenen Glasfaser-Breitbandnetz gezeigt und entsprechende Vorverträge mit dem künftigen Netzbetreiber abgeschlossen. Hier die Quoten in den einzelnen Orten:

Wulferstedt (69 Prozent)

Kloster Gröningen (41 Prozent)

Heynburg (36 Prozent)

Großalsleben (32 Prozent)

Krottorf (32 Prozent)

Neudamm (31 Prozent)

Dalldorf (30 Prozent)

Neuwegersleben (28 Prozent)

Gunsleben (28 Prozent)

Hamersleben (22 Prozent)

Warsleben (19 Prozent)

Ausleben (18 Prozent)

Gröningen (18 Prozent)

Üplingen (16 Prozent)

Kroppenstedt (15 Prozent)

Ottleben (15 Prozent)

Gröningen l Noch ist es in Wulferstedt zumeist ein Geduldsspiel, im Internet zu surfen. Die Übertragungsraten sind mitunter unterirdisch, wie Ortsbewohner immer wieder beklagen. Es sind sowohl die privaten als auch die betrieblichen und beruflichen Internetnutzer, die unter dieser Situation leiden.

Weshalb die „Breitbandengel“ und ihre ehrenamtlichen Unterstützer im vergangenen Jahr in Wulferstedt auch offene Türen eingelaufen sind, als sie Nutzer eines verbandsgemeindeeigenen Glasfaser-Breitbandnetzes geworben haben. 69 Prozent der Ortsbewohner haben dabei zugesagt, ein solches Netz nutzen zu wollen und entsprechende Vorverträge vereinbart. Was mit Abstand die größte Interessentenquote in der Verbandsgemeinde Westliche Börde ist.

69 Prozent der Bewohner haben zugesagt

Und das wird jetzt belohnt. Denn die Verbandsgemeinde beginnt bei ihrem Bau eines flächendeckenden Glasfaster-Breitbandnetzes in Wulferstedt. Und zwar dieser Tage. Denn in dieser Woche wurden alle Vereinbarungen mit der bereits ausgesuchten Baufirma getroffen, die die Lehrrohre für die Glasfaserkabel in die Erde legt. Nach den dann notwendigen Planungs- und Vorbereitungsarbeiten sollen noch in diesem Jahr die eigentlichen Arbeiten erfolgen und zunächst die besagten Lehrrohre und dann auch nach und nach die Glasfaserkabel selbst in die Erde kommen, wie Fabian Stankewitz ankündigt. So dass der Verbandsgemeindebürgermeister davon ausgeht, dass im Februar/März 2019 den ersten Wulferstedtern das moderne Glasfaser-Breitband-Internetnetz zur Verfügung steht.

Diese Wulferstedter werden vor allem in der Großen-Bruch-Straße, der Neuen Straße oder auch in der Straße Neuer Hof wohnen. Denn da sich die Überland-Breitband-Anschlusstelle in Neudamm befindet, wird am Ortsein- gang aus Richtung Neudamm mit den Erschließungs- arbeiten in Wulferstedt begonnen. „Dann geht es Straßen- zug für Straßenzug weiter“, sagt Fabian Stankewitz.

In welcher Reihenfolge und in welchen Zeiträumen alles abläuft, das werden ganz konkret die Teilnehmer einer öffentlichen Informationsveranstaltung erfahren, die am Donnerstag, 9. August, im Wulferstedter Dorfgemeinschaftshaus stattfindet und um 19 Uhr beginnt. Hier werden nicht nur Vertreter der Verbandsgemeinde und des Baubetriebes, sondern auch Vertreter des Landkreises, des Breitband-Netzbetreibers und aller anderen an diesem Projekt Beteiligten anwesend sein.

Alle Interessenten sind eingeladen

„Eingeladen zu dieser Informationsveranstaltung sind nicht nur diejenigen, die bereits einen Nutzungs-Vorvertrag unterschrieben haben, sondern alle, die sich für dieses Thema und dieses Projekt interessieren“, sagt der Verbandsgemeindebürgermeister. Der auch alle Bürger aus den anderen Orten der Verbandsgemeinde einlädt.

Denn nach Wulferstedt soll es ja in anderen Bereichen der Westlichen Börde weitergehen. Soll es doch bis Ende 2020 laut Bundesregierung überall in Deutschland schnelles Internet geben. Die Verbandsgemeinde Westliche Börde baut deshalb ein eigenes Glasfaser-Breitbandnetz für ihre Bürger und hat dafür mehr als 13 Millionen Euro Fördermittel vom Bund zugesagt bekommen.

Wo es nach Wulferstedt weitergeht, steht allerdings noch nicht konkret fest. Das werde feststehen, wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen. Denn erst dann werden jeweils einige Orte nach und nach zu jeweils einem Cluster, also zu einem Bereich zusammengefasst, in dem dann am Stück die Leitungen verlegt und auch die neuen Internetanschlüsse fertiggestellt werden.

Leitungen sind dann Gemeindeeigentum

Welche Orte zu welchem Cluster zusammengefasst und in welcher Reihenfolge diese Cluster gebildet und dann in Angriff genommen werden, das würde von wirtschaftlichen und technischen Faktoren abhängen, wie der Verbandsgemeindebürgermeister sagt. Da spielen die örtlichen Gegebenheiten und spielt nicht zuletzt die Anschlussnachfrage in den jeweiligen Orten eine Rolle, die ja in den zurückliegenden Monaten ermittelt und vertraglich besiegelt worden ist. Und die recht unterschiedlich ist. Denn das Spektrum reicht von den besagten 69 Prozent in Wulferstedt bis zu 15 Prozent in Ottleben und in Kroppenstedt (siehe Informationskasten).

Wobei mit den Vorbereitungsarbeiten nicht gewartet wird, bis die besagten Cluster und der Zeitplan feststehen. So werden beispielsweise derzeitige Straßenbauarbeiten genutzt, um bereits die Lehrrohre für die Glasfaserkabel zu verlegen. Wie unter anderem in Ausleben, wo seit Ende Mai ein Teil der L 104-Ortsdurchfahrt saniert wird.

Wenn dann all die Glasfaster-Breitbandarbeiten erledigt sind und das Internet in der Westlichen Börde flächendeckend schnell ist, sind Verbandsgemeinde beziehungsweise ihre Mitgliedsgemeinden Besitzer der Leitungen, die sie an den Netzbetreiber verpachten und sich damit das ausgegebene Geld wieder reinholen. Denn mit den besagten gut 13 Millionen Förder-Euro ist nur gut die Hälfte der Kosten gedeckt. Der Rest wird mit Hilfe von Krediten finanziert.