Hordorf/Oschersleben l Im April dieses Jahres ist mit dem ersten Bauabschnitt der offizielle Startschuss zum Bau des Breitbandnetzes in Neindorf erfolgt. Hier und in den Nachbarorten Beckendorf und Neubrandsleben sind die Glasfaserkabel verlegt. Parallel dazu wurden in der Kernstadt auch die Schulen und die Unternehmen im Gewerbegebiet „Am Pfefferbach“ mit Gigabit-Glasfaseranschlüssen ausgestattet. Insgesamt werden mehr als 200 Haushalte bzw. Gewerbebetriebe in diesem ersten Schritt erschlossen.

Inzwischen ist die „Karawane“ der Tiefbauer weiter gezogen und in Hordorf angekommen. Die aus den Baugruben heraus schauenden bunten Kabel sind ein wichtiges Indiz dafür, dass die Bauarbeiter schon etliche Meter Kabel in verschiedenen Straßen verlegt haben. „Immer unter der Voraussetzung, dass die Witterung offen bleibt, wird Hordorf tiefbauseitig noch in diesem Jahr fertig. Die Inbetriebnahme des Gigabitnetzes kann danach kurzfristig erfolgen, aber nicht mehr in diesem Jahr. Für Beckendorf gilt prinzipiell dasselbe. Hier haben die beengten Verhältnisse und schwieriger Baugrund zu Verzögerungen im Bauablauf geführt“, berichtet Mathias Steffen, Leiter des Bürgermeisterbüros.

Für Neindorf und Neubrandsleben gilt ebenso, dass die Ortsteile baulich fertig gestellt sind. Die Inbetriebnahme könnte noch in diesem Jahr erfolgen. Das sei davon abhängig, wie schnell die Anbindung an das Backbone-Netz (Hauptstrang des Netzwerkes) erfolgen kann. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, weil es allen Projektbeteiligten klar ist, dass es für das Vertrauen der Bevölkerung in das Gesamtprojekt sehr wichtig ist, jetzt auch schnell die ersten Haushalte ans Netz zu bringen. Doch das Freischalten ist ein Prozess, den die Stadt nicht in der Hand hat. Doch mit der Tatsache, dass die Avacon als strategischer Partner aus der Region gewonnen werden konnte, sind wir ein gutes Stück weiter gekommen“, erklärt Mathias Steffen. Gerade aktuell hat sich entschieden, dass weite Strecken des vorhandenen Glasfasernetzes des Energiedienstleisters genutzt werden können, um die ausgebauten Ortsnetze rund um Oschersleben an den strategischen Punkt in Barleben anzubinden, wo sich ein zentraler Punkt (Port) befindet. Von dort würde das Signal zum zentralen Server und Rechenzentrum nach Berlin gefunkt.

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Anschlussquote ist notwendig

Um den Breitbandausbau trotz hoher Förderung auch wirtschaftlich vertreten zu können, war ja bekanntlich von einer gewissen Anschlussquote ausgegangen worden, die bei etwa 50 Prozent liegen sollte. In Neubrandsleben konnte von einem hohen Startniveau gesprochen werden, auch Neindorf und Beckendorf hatten eine gute Startbasis. Bevor die Bauarbeiten in den jeweiligen Orten starteten, gab es weitere Informationsveranstaltungen. Im Ergebnis entscheiden sich weitere Bürger für einen Breitbandanschluss oder sie warteten das Anrücken der Bauarbeiter ab. In den Ortsteilen Neubrandsleben, Neindorf, Beckendorf und Hordorf sei dies der Fall gewesen. Zwischen den Orten gäbe es diesbezüglich kaum Unterschiede. „Generell kann man sagen, dass sich mit der Ausbauankündigung und dem Beginn der Bauarbeiten noch ein Drittel der Haushalte, die bisher noch ohne Vertrag waren, für einen Anschluss entschieden haben. Insgesamt liegen die Anschlussquoten damit jeweils deutlich über 50 Prozent“, erklärt Mathias Steffen. Andererseits würden sich die Tiefbauarbeiten einfacher gestalten, stünde vor Baustart fest, wo überall geschachtet werden muss.

Wie geht es nach Hordorf weiter? Als nächster zu erschließender Ort sei Schermcke ins Visier genommen. Der Ausbau sei frei gegeben, auch wenn dieser hier noch nicht wirtschaftlich genug sei. Zu Beginn des neuen Jahres werde es deshalb in Schermcke nochmals eine Informationsveranstaltung geben.

Nach wie vor seien die schwierigen Tiefbaukapazitäten ein Problem. Aktuell würden die Unternehmen zwar mit 30 Leuten unterwegs sein, doch allgemein ist der Tiefbaumarkt leer gefegt. Was den Blick auf die Planung des zweiten Bauabschnittes nicht einfacher macht.