Gröningen l Als 2010 bekannt wurde, dass der Betreiber der Dalldorfer Schweinemastanlage den Tierbestand von 6 000 auf 12 000 erweitern wolle, gab es Widerstand. Nicht nur der Stadtrat hat sich gegen diese Erweiterung ausgesprochen, zudem hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Und auch in jeder öffentlichen Sitzung zu diesem Thema sind bisher nahezu ausschließlich ablehnende Meinungen zu hören gewesen.

So auch wieder am Donnerstagabend, als der Gröninger SPD-Ortsverein zu einem Bürgerforum eingeladen hatte, um die Gröninger über den aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens zu informieren und mit ihnen zu diskutieren. Wofür sich der Ortsverein mit dem ehemaligen Landes-Bauernverbandsvorsitzenden Professor Fritz Schumann, der zudem 33 Jahre im benachbarten Kroppenstedt zu Hause war, einen Landwirtschafts-Fachmann an seine Seite geholt hatte.

Zunächst erfuhren die mehr als 20 Teilnehmer, dass auf Grundlage der eingereichten Unterlagen die Mastanlagenerweiterung aus Sicht des Landkreises „reif für die Genehmigung“ sei, wie es der SPD-Kreistagsabgeordnete Wolfgang Zahn formulierte, der sich bei den zuständigen Stellen des Landkreises informiert habe. Jedoch gebe es von Seiten des Landesverwaltungsamtes weiterhin Bedenken, die vor einer Genehmigung noch ausgeräumt werden müssten. So habe der Investor beispielsweise noch nicht nachgewiesen, wie er die zusätzliche Gülle den gesetzlichen Vorgaben entsprechend entsorgen werde. Und zum anderen gebe es Probleme mit dem zusätzlichen Transportverkehr auf den Zufahrtsstraßen. Auch hier habe der Betreiber noch nicht nachgewiesen, wie diese Probleme geklärt werden sollen.

Für Bürgermeister Ernst Brunner sind das aber noch nicht mal die einzigen Gründe, die ihn und den gesamten Stadtrat bewogen haben, sich gegebenenfalls mit Klagen gegen die Erweiterung der Mastanlage zu wehren. Weitere Umweltfragen würden dabei genauso eine Rolle spielen, wie die Tatsache, dass das Betreiberunternehmen von Anfang an kein Interesse gehabt habe, mit der Stadt zusammenzuarbeiten. Allerdings befürchte Ernst Brunner, dass das Landesverwaltungsamt am Ende die Erweiterung auch trotz des Widerstandes der Stadt genehmigen könnte.

Das würde aber nur gehen, wenn der Betreiber alle rechtlichen Vorgaben und Parameter einhalten würde, wie Fritz Schumann sagte. Was derzeit jedoch nicht so aussehe. Auf der anderen Seite habe Schumann zwar nichts gegen Mastanlagen der geplanten Dimension, könne aber nicht verstehen, dass der Investor in Gröningen nicht den Kontakt und das Einvernehmen mit der Stadt suchen würde.

Auch in der Diskussion wurden all diese Bedenken unterstrichen und gab es niemanden, der sich für eine Erweiterung der Mastanlage geäußert hat.

Ein Vertreter der Betreiberfirma war bei dieser Zusammenkunft nicht anwesend.