Energiewende

Bürger der Westlichen Börde sollen befragt werden

Zeitgleich mit der Bundestagswahl am 26. September möchte die Gemeinde Westliche Börde von ihren Einwohnern wissen: Wie wollen wir die Energiewende gestalten?

Von Yvonne Heyer 08.08.2021, 17:58
Nahe Gröningens, in Richtung Großalsleben und Krottorf, steht die einzige Freiflächen-Photovoltaikanlage innerhalb  der Gemeinde Westliche Börde.
Nahe Gröningens, in Richtung Großalsleben und Krottorf, steht die einzige Freiflächen-Photovoltaikanlage innerhalb der Gemeinde Westliche Börde. Foto: Yvonne Heyer

Gemeinde Westliche Börde - Die Verbandsgemeinde Westliche Börde und die vier Mitgliedsgemeinden haben in den vergangenen Jahren mit ihrem Engagement bereits zahlreiche Projekte zur CO2-Einsparung und erneuerbare Energien voran gebracht. Gemeinsam werde das Ziel verfolgt, den Wandel zu den erneuerbaren Energien tatkräftig zu unterstützen.

Zahlreiche Maßnahmen seien mit Wirtschaftspartnern und Privatpersonen in den vergangenen Jahren bereits unternommen worden, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden. Erneuerbare Energiequellen konnten im Gemeindegebiet erschlossen werden.

Die Verbandsgemeinde Westliche Börde betreibt aktuell mehrere Dach-Photovoltaikanlagen zur Eigenstromversorgung. Dazu gehören die Anlagen auf dem Dach der Grundschule Kroppenstedt und auf dem Dach des im April fertig gestellten neuen Verwaltungssitzes. Die hier erzeugte Energie geht in den Gebäuden direkt in den Verbrauch. Ganz frisch installiert ist eine Photovoltaikanlage im Freibad Großalsleben. Damit könne hier in Zukunft beträchtlich Energie und damit Betriebskosten gespart werden. Die mit der Sonne erzeugte Energie treibt künftig die Pumpen an. Weitere Photovoltaikanlagen sind auf den Dächern der neuen Gröninger Grundschule und der Grundschule Hamersleben geplant.

Zu Freiflächen-Photovoltaikanlagen hat Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz allerdings eine klare Meinung: Er werde sich auch weiterhin dafür stark machen, dass Ackerland dafür nicht hergegeben wird. „Auch ausgewiesene und aktuell nicht genutzte Gewerbeflächen bleiben, was sie sind, Gewerbeflächen“, macht Stankewitz deutlich. Aktuell ist eine Freiflächen-Photovoltaikanlage am Ortsrand von Gröningen entstanden. Dass die Gemeinde Westliche Börde bereits zu 97 Prozent energieautark arbeitet, ist auch den Windrädern im Gröninger Windpark zu verdanken.

Im Eingangsbereich des neuen Verwaltungssitzes zeigt der Willkommensmonitor, auch als Energiemonitor genutzt, an, wie weit die Gemeinde in Sachen Energiewende und CO2-Einsparung gekommen ist. Der Energiemonitor weist im 15 Minutentakt die aktuellen Produktions-und Verbrauchszahlen an.

Gemeinde ist gut vorangekommen

Insgesamt ist die Verbandsgemeinde also in Sachen Energiewende und Senkung des CO2-Verbrauchs gut vorangekommen, andererseits sollen die Bürger der Gemeinde Am Großen Bruch zur Bundestagswahl um ihre Meinung in Sachen Freiflächen-Photovoltaikanlagen gebeten werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Gemeinderat dieser Gemeinde einen Grundsatzbeschluss gefasst hat, der besagt, dass im Gemeindegebiet keine Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichtet werden dürfen. Damit wurde das Bemühen eines Investors, der auf der einstigen Mülldeponie von Gunsleben Solarstrom erzeugen wollte, genauso abgeschmettert, wie ein weiteres Projekt in Neuwegersleben am ehemaligen Bahnhofsgelände.

Inzwischen seien dem Gemeinderat allerdings Zweifel am gefassten Grundsatzbeschluss gekommen. Zumal auch Bürger in den Einwohnerfragestunden der Gemeinderatssitzungen ihren Unmut über den Beschluss zum Ausdruck brachten. Die Räte mussten sich die Frage gefallen lassen, ob die Gemeinde Am Großen Bruch die Energiewende verschlafen möchte.

Um sich ein Bild über die Meinung der Bürger in der Gemeinde Am Großen Bruch zu machen, wurde nun in Zusammenarbeit mit Verbandsgemeindebürgermeister Fabian Stankewitz vorgeschlagen, die Bundestagswahl am 26. September mit einer Bürgerbefragung zu koppeln.

„Es handelt sich nur um eine reine freiwillige Befragung. Es ist keine Pflicht. Die Befragung würde mit einer gesonderten Wahlurne und nur im Wahllokal, nicht per Briefwahl organisiert werden“, macht Fabian Stankewitz deutlich.