Oschersleben l Aus Jens Klamm wurde am 20. Mai 2010 Zirkusdirektor Caro Curioso. Eine ganze neue soziale Gruppenarbeit hob der Sozialarbeiter und Heilerziehungspfleger Jens Klamm damit vor zehn Jahren aus der Taufe. Mit zwölf Mädchen und Jungen wurde seinerzeit gestartet. Einige sind noch heute dabei, sind inzwischen selbst Trainer und vom Zirkusvirus angesteckt. Ein anderes Virus, Covid-19 genannt, sollte dafür sorgen, dass die Feier zum 10. Geburtstag ausfallen musste.

„Du bist so verrückt, ich mach das“, sagte sich seinerzeit Caro Curioso. Mittlerweile kommen 80 bis 90 Kinder weit über Oscherslebens Stadtgrenzen hinaus zum Training, nehmen regelmäßig an den Ferienfreizeiten teil, die ohne Unterstützung des Kreisverbandes Oschersleben der Arbeiterwohlfahrt (Awo), der Stadt Oschersleben und anderer Unterstützer gar nicht möglich wären. Inzwischen tauchen in die besondere Welt des Zirkus mit verschiedenen Projekten in Kindergärten und Schulen kreis- und landesweit jährlich 3500 Kinder ein.

„Selbst wenn es nur ein Kind wäre, hätte ich das gleiche Lebensgefühl“, ist Caro Curioso überzeugt. Ihm geht es nicht allein um das Jonglieren, Balancieren, um den Mut am Vertikalseil zu arbeiten: Es geht um soziale Kompetenzen, um ein faires, freundliches Miteinander.

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„In dieser Hinsicht bin ich schon stolz auf die Kinder und Jugendlichen, auf junge Frauen und Männer, wie ‚Jule‘ (Juliane Schieweck), die inzwischen selbst Trainer sind“, meint Caro. Echte Freundschaften seien in den vergangenen Jahren entstanden, deshalb zieht die Zirkuswelt des Caro Curioso nicht weiter, sondern bleibt in Oschersleben.

Die Kinder- und Jugendfeuerwehren, die Musikschule und eben den Zirkus sieht Jens Klamm in dieser grauen (Corona-)Welt als bunte Farbtupfer, die gefährdet sind. „Ich habe mir nicht große Sorgen um den Zirkus gemacht, weil wir Pause machen mussten. Meine Sorgen gelten den Kindern und Jugendlichen. Was finde ich vor, wenn wir nun wieder starten? Was hat die Krise aus ihnen gemacht?“, fragt sich Caro Curioso. Die Arbeit mit den Kindern hat nicht nur ihm sehr gefehlt.

Während der Zwangspause wurden Programme geschrieben, Zelte gereinigt, Hygienekonzepte erstellt.

Gerade wegen Corona erscheinen ihm die geplanten Ferienfreizeiten in diesem Jahr besonders wichtig. Die Freizeiten gibt es schon viele Jahre und wurden vor allem organisiert, um Kinder anzusprechen, die in den Ferien nicht verreisen können.

Die erste Ferienfreizeit startet vom 27. bis 31. Juli in Gröningen. Die zweite wird über den Verein „Bunte Würfel“ und mit großer Unterstützung der Bewos vom 3. bis 7. August und vom 10. bis 14. August ebenso auf der Burg über die Awolinos stattfinden. Anmeldungen sind noch möglich. „Dass wir wieder gemeinsam ‚arbeiten‘ können, das ist das Größte“, ist Caro Curioso überzeugt.

Anmeldungen für die Ferienfreizeiten über Jens Klamm (Caro Curioso) unter: 0151/585 640 65