Hadmersleben l Noch am Donnerstag wurden die letzten logistischen und technischen Voraussetzungen auf dem Gelände des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Börde in Hadmersleben geschaffen, um Menschen auf das Coronavirus testen zu können. Dass das absolut notwendig ist, vor allem auch um das eigene Personal vom Arzt bis zur Krankenschwester zu schützen, beweist allein die Tatsache, dass in der Hadmersleber Praxis bereits zwei Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. „Für uns ist das Einrichten des Fieberzentrums schlussendlich eine Einsicht in die Notwendigkeit, erst Recht nach den positiven Tests. Eine Einzelarztpraxis kann diese Aufgabe nicht bewältigen, denn neben den Testungen muss auch die Grundversorgung der anderen Patienten gewährleistet sein“, erklärt MVZ-Chef Dr. Uwe Milbradt.

Notfallplan lag schon vor

Das MVZ Börde in Hadmersleben hat einerseits gute örtliche Voraussetzungen, andererseits hat das Team schon vor Wochen begonnen, sich auf die Pandemie einzustellen. Und damit zu einer Zeit, als nur wenige ahnten, was tatsächlich auf alle zukommt und noch kommen wird. „Wir haben schon vor vier Wochen einen Notfallplan erstellt, uns auf eigene Kosten Schutzanzüge und -masken, Brillen und Kopfhauben besorgt, sind also gut gerüstet. Und das konnte Oscherslebens Bürgermeister Benjamin Kanngießer, der sich um das Einrichten einer Fieberambulanz bemühte und auch im MVZ nachfragte, so mitgeteilt werden.

Inzwischen ist die Kassenärztliche Vereinigung involviert und hat Unterstützung zugesagt. Nicht nur was ausreichend Schutzanzüge und dergleichen mehr betrifft. Zwei Assistenzärzte werden das Team des MVZ bei den Testungen unterstützen.

Tests außerhalb der Praxis

Das gesamte Prozedere wird außerhalb der Praxis über die Bühne gehen. Mit Unterstützung des Feuerwehr-Fördervereins Hadmersleben wurden zwei Zelte organisiert. In einem werden die Patienten erfasst und der Abstrich vorgenommen, in dem zweiten können, wenn nötig, die Ärzte Untersuchungen vornehmen.

„Patienten mit starken Symptomen, denen es sehr schlecht geht, sollten lieber gleich ins Krankenhaus gehen“, rät Dr. Uwe Milbradt.

Alle müssen die Regeln beachten

Für das Verhalten vieler Menschen in Zeiten der Pandemie findet der Arzt deutliche Worte. „Wir können die Epidemie nur beherrschen, wenn sich jeder Einzelne an die Einschränkungen hält und die Regeln beachtet. Das muss die Bevölkerung begreifen.“ Ansonsten sei es für Uwe Milbradt nur eine Frage der Zeit, dass die Ausgangssperre kommen muss.

Das Fieberzentrum im MVZ Börde Hadmersleben wird heute seinen Betrieb aufnehmen und ist zuständig für die Städte Oschersleben, Wanzleben-Börde und die Verbandgemeinde Westliche Börde. Die Zeit und die Entwicklung der Pandemie werde zeigen, ob dieses eine Fieberzentrum für die genannte Region ausreichend ist.

Erst den Hausarzt verständigen

Folgendes ist in jedem Fall zu beachten: Befürchtet jemand aufgrund seiner Symptome, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollte er zunächst seinen Hausarzt anrufen. Dort wird entschieden, ob ein Test notwendig ist. Sollte dies der Fall sein, kann nach vorheriger telefonischer Absprache unter 039408/928 20 das Fieberzentrum aufgesucht werden. Dieses ist montags bis freitags von 7.30 bis 12 Uhr geöffnet und ist in der Holzgasse 2a zu finden. Verdachtsfälle sollten sich auf die ausgewiesene Parkfläche rechts neben der Arztpraxis begeben, dort werden sie vom medizinischen Personal in Empfang genommen. Die Praxis selbst darf nicht betreten werden. Bis ein Testergebnis vorliegt, sollten die betroffenen Personen zu Hause bleiben. Bei einem positivem Testergebnis informiert sie das zuständige Gesundheitsamt.