Hornhausen l Natürlich ist auch der Reiterstein dabei. Für diese Steinplatte aus dem 7. Jahrhundert ist Hornhausen ja weithin bekannt. Das Original steht im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, eine Kopie ist in der Hornhäuser Kirchturm-Dauerausstellung und das Reiterstein-Motiv auf dem Wappen des Landkreises zu sehen. Doch bietet Hornhausen noch weitaus mehr Sehens- wertes, weitaus mehr Kleinode. Es muss nur genau hingeschaut werden.

Genau das hat Inge Nahrstedt in den zurückliegenden Monaten auch getan. Mit Hinweisen und Vorschlägen der anderen Mitglieder der Arbeitsgruppe Dorfgeschichte ausgestattet, ist sie mehrere Tage kreuz und quer durch den Ort marschiert. Um insgesamt zwölf Besonderheiten aufzuspüren.

„Am Anfang habe ich befürchtet, es wird knapp, aber dann weit mehr als zwölf bemerkenswerte Kleinode ausfindig gemacht“, sagt Inge Nahrstedt. So dass am Ende sogar ausgewählt werden musste. Ausgewählt für den Kalender 2018. Denn den zu gestalten, war das Ziel der ganzen Aktion. Nach den Jahrgängen 2016 und 2017, gibt die Arbeitsgruppe also nun auch für das nächste Jahr einen Monatskalender heraus. Waren in der ersten Ausgabe zwölf regionale Backrezepte und in der zweiten Geschichten zur Geschichte des Ortes zu lesen, werden nun zwölf Hornhäuser mehr oder weniger bekannte Besonderheiten vorgestellt. Und zwar in Wort und Bild.

Historische Fotos

Nachdem die zwölf Objekte bestimmt waren, hat Inge Nahrstedt zunächst Fakten aus Chroniken und Broschüren zusammengetragen. „Außerdem habe ich von Hornhäuser Bürgern zusätzliche Informationen bekommen“, wie Inge Nahrstedt sagt. Parallel dazu hat sie sich um Fotomaterial gekümmert. Das mit großer Unterstützung von Arbeitsgruppenmitglied Brigitte Beuke, die quasi im Windschatten von Inge Nahrstedt losgezogen ist und all die Kleinode fotografiert hat. Wobei auch das eine oder andere historische Foto verwendet wird.

Mit all dem Material hat Inge Nahrstedt schließlich die zwölf Kalenderblätter gestaltet und dabei „über unseren Ort eine Menge dazugelernt“, wie sie sagt. Denn zuvor hatte sie beispielsweise weder das kleine Pferd auf der Wetterfahne eines Turmes in der Ortsmitte noch ein kleines Epitaph an der Nord-Fassade der Kirche bewusst wahrgenommen.

Welche Hornhäuser Schmuckstücke noch Eingang in den Kalender gefunden haben, das wird am Sonntag während des Reitersteinfestes öffentlich. Denn in der auch von der Arbeitsgruppe Dorfgeschichte gestalteten Ausstellung „Kirchen in Hornhausen“ werden zwei Kalender-Exemplare nebst Liste liegen, in die sich Interessenten eintragen sollen. „Auf dieser Grundlage werden wir dann die entsprechende Anzahl in einer Druckerei herstellen lassen und pünktlich zur Verfügung stellen“, verspricht Inge Nahrstedt.

Das Reitersteinfest beginnt am Sonntag um 10 Uhr mit einer Andacht im Dorfgemeinschaftshaus in der Badstraße und bietet danach im Umfeld des Hauses abermals eine Mischung aus Kultur, Dorfgeschichte und Unterhaltung. Dafür werden unter anderem etliche Stände aufgebaut, wird gesungen und auch auf Platt gesprochen.