Innenraum der Marienkapelle soll in den nächsten zwölf Monaten saniert werden

Ehepaar aus Bergen steht mit der Kapelle die nächste Bauetappe bevor

Von Sabrina Trieger

Der Startschuss für die Restaurierung des noch unsanierten Innenraums der Marienkapelle in Bergen soll in den nächsten zwölf Monaten fallen. Die Eigentümer, Elisabeth und Werner Kremer, schätzen die anfallenden Kosten auf rund 50000 Euro. Finanzielle Unterstützung zur Rettung des Denkmals haben sie bei der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz beantragt. Die Kremers hatten vor 16 Jahren den Hof in einem, wie sie sagen, "desaströsen Zustand" übernommen und damit die Kommende Bergen aus ihrem "Dornröschenschlaf" geweckt. Davon konnten sich auch zahlreiche Besucher beim des Tag des offenen Denkmals überzeugen.

Bergen. Besucher sind in der "Kommende Bergen" immer willkommen. So auch jüngst beim Tag des offenen Denkmals. Der Fest-Gottesdienst anlässlich des Denkmaltages in der Marienkapelle wurde am Sonntag vom Hof-Besitzer Werner Kremer (51) höchstpersönlich mit der kleinen Bronzeglocke, die sich im 1999 sanierten Glockenturm befindet, per Hand eingeläutet. "Das Schmuckstück aus dem 16. Jahrhundert erklingt nur zu besonderen Anlässen. Und der Tag des offenen Denkmals ist so einer", sagt Kremer, der hier auf der Kommende mit seiner Familie seit 16 Jahren lebt und seither den Hof Stück für Stück saniert.

In den nächsten zwölf Monaten soll nun der noch unsanierte Innenraum der in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbauten Kapelle – der damit älteste Teil der Kommende – restauriert werden.

Kremer selbst schätzt, obwohl er nicht gern über Zahlen spricht, auf Volksstimme-Nachfrage die Summe der hierfür anfallenden Baukosten auf rund 50000 Euro. Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz wolle das Bauvorhaben finanziell unterstützen, berichtet der 51-Jährige. 2004 hatte er den Dachstuhl reparieren lassen. Die Dachneueindeckung der Kapelle erfolgte im selben Jahr.

"Als wir den Kommendehof 1995 gekauft haben, war hier alles kaputt. Dieses Landeskulturdenkmal – das Komturhaus samt Glockenturm sowie die Kapelle – war in einem desaströsen Zustand. Wir haben, denke ich, das Denkmal aus seinem – wie man so schön sagt – Dornröschenschlaf geholt", sagt der gebürtige Nordrhein-Westfale, der hier gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth einen Ackerbaubetrieb führt.

<6>Mit den auf dem Hof seit 1995 getätigten und mit Blick auf die noch anstehenden Baumaßnahmen, hatte Kremer gemeinsam mit einem Geschäftspartner zudem auch eine eigene Baufirma gegründet.

"Die Rekonstruktion und Sanierung der Kommende Bergen wäre aber ohne die Hilfe vieler nicht möglich gewesen. Deshalb gilt unser Dank auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Amt für Landwirtschaft und Neuordnung Mitte sowie dem Regierungspräsidium Magdeburg für jegliche finanzielle Unterstützung", zählt der Bergener auf. Allein in die Sanierung des Kerndenkmalbereichs seien, laut Kremer, seither insgesamt rund 400000 Euro geflossen.

1995 hatte die Familie mit den Aufräumarbeiten auf dem Hof und in den Gebäuden begonnen. 1996 wurde das bereits eingestürzte Verwalterhaus abgerissen und die Fassade sowie das Dach des Taubenhauses saniert.

Auch die Dächer der Wirtschaftsgebäude wurden erneuert, in den ehemaligen Schaftstall zog ein Getreidelager ein. Im darauffolgendem Jahr wurde mit der Fassendensanierung an den Wirtschaftsgebäuden begonnen. 1999 wurde der Torbogen und der Glockenturm saniert. Die von Friedrich Helmhold 1661 gegossene Bronzeglocke ist 2000 repariert und eingebaut worden. Die Einsegnung erfolgte am 9. Dezember 2000. Ein Jahr später begannen die Bauarbeiten am Komturhaus, 2002 die Baumaßnahmen an der alten Schmiede. Noch einmal drei Jahre später erfolgte dann der Neubau des Familienwohnhauses und damit die Wiederherstellung des alten Innenhofes.