Herr Buchwald, was hat Sie denn dazu bewogen, noch mal ein neues Ehrenamt anzutreten?

Dieter Buchwald: Ich finde es schlimm, dass man solche sportlichen Einrichtungen in einem eigentlich reichen Land aus finanziellen Gründen schließen muss. Solche Schritte bleiben ja nicht ohne Folgen; eine ist, dass der Ort immer öder wird. Dem möchte ich entgegentreten. Wenn ich nun meine langjährigen Erfahrungen aus der Verwaltungstätigkeit einbringen kann, will ich das gern für ein oder zwei Jahre tun und das Ruder dann vielleicht an die jüngere Generation weiterreichen.

Sie hatten als Bürgermeister einige Ideen, wie das Freibad eventuell attraktiver und auch nachhaltiger gestaltet werden kann.

Davon musste ich abrücken, weil der Gemeinderat diese Vorstellungen nicht mitgetragen hätte. Überhaupt war ich damals, im Frühjahr 2013, überrascht vom Ratswillen, das Freibad sofort zu schließen. Ich fand es dann schade, dass sich so gar kein Protest aus der Einwohnerschaft gegen diese Entscheidung regte. Das deutete darauf hin, dass die Schließung allgemein akzeptiert wird. Jetzt sehe ich aber, dass doch ein entsprechender Bürgerwille vorhanden ist, also versuchen wir nun unser Bestes.

In Rede stehen 30.000 Euro, die benötigt werden.

Ja, das ist meine Schätzung aus dem Erfahrungswert heraus und ist ungefähr die Summe aus Gebühren, Personalkosten, Wartung und dergleichen, die anfällt, um den Badebetrieb zu gewährleisten.

Es ist aber auch eine Summe, die der Verein nicht allein aus Mitgliedsbeiträgen, Eintrittsgeldern und Spenden aus der Bevölkerung aufbringen kann, oder?

Wir sind natürlich sehr auf Sponsoring, also Spenden von Betrieben angewiesen. Ich denke aber, wir haben genügend gesunde Betriebe und Landwirte in der Umgebung, die sich hoffentlich einbringen werden. Ein gutes Zeichen ist, dass sich örtliche Handwerksbetriebe in Kooperation mit der Gemeinde schon dazu bereit erklärt haben, die Anlage wieder nutzungsfähig herzurichten. Außerdem besteht nach jetzigem Stand eine gute Chance, ehrenamtliche Bademeister einzusetzen. Das wäre natürlich eine große Hilfe und Entlastung auf der Kostenseite.

Die Konstellation einer Freibad-Trägerschaft über einen Förderverein ist auch schon in anderen Orten praktiziert worden. Haben Sie dort Tipps oder Erkenntnisse abfragen können?

Ja, ich habe mich in Aderstedt mal vergewissert, da gibt es einen Schwimmbad-Verein. Die Auskunft dort lautete gewissermaßen: Es ist nicht unmöglich, aber sehr schwierig, lasst lieber die Finger weg! Allerdings bin ich der Meinung, dass wir hier über andere, geeignetere Rahmenbedingungen verfügen. Wackersleben beziehungsweise die Gemeinde ist größer, rundum gibt es aktive Orte, die Aussichten und Strukturen sind einfach besser.