Oschersleben l Der Verein „Kunst und Kirche in Emmeringen“ hatte in Vorbereitung des Jubiläumsjahres der Stadt Oschersleben angeregt, besondere Persönlichkeiten, vor allem jene die Opfer von Gewalt und Nazi-Herrschaft geworden sind, zu ehren und ihrer zu gedenken. „Grundgedanke ist zum einen, dass wir gerade im Jahr der 1025 Jahr-Feier Oscherslebens eine Erinnerungskultur schaffen“, so Lutz Bittner, Vorsitzender des Vereins „Kunst und Kirche im Emmeringen“.

Er hebt zugleich hervor, dass nicht nur Juden zum genannten Personenkreis gehören sollen, sondern auch jene, die Verfolgte des Nazi-Regimes waren. Ursprüngliches Ziel sei es gewesen, 2019 den ersten Stolperstein in der Stadt zu verlegen. Bei den Stolpersteinen handelt es sich um einen geschützten Namen. Um einen Stolperstein verlegen zu können sind, seien entsprechende Anträge an die Stiftung „Spuren Gunter Demnig“ zu richten. Gunter Demnig hat die Stolpersteinlegung in Deutschland initiiert und ist inzwischen für das Verlegen von mehr als 70.000 Steine in mehr als 1200 Kommunen und im Ausland verantwortlich. Um aber Eduard Keck 2019 und im Jubiläumsjahr der Stadt ehren zu können, wurde schließlich entschieden, statt eines Stolpersteins eine Gedenktafel an seiner ehemaligen Wirkungsstätte, der einstigen Oschersleber Mädchen-Mittelschule und heutigen Goethe-Grundschule anzubringen.

Vier bis sechs Stolpersteine

Erklärtes Ziel des Vereins „Kunst und Kirche in Emmeringen“ ist es aber weiterhin, im kommenden Jahr vier bis sechs Stolpersteine im Stadtgebiet von Oschersleben zu verlegen. Ehe im Stadtrat der Bodestadt allerdings entsprechende Beschlüsse gefasst werden können, sind Nachfahren der in Frage kommenden Personen „aufzuspüren“, zu klären, ob die Namen verwendet werden dürfen. „Damit engt sich der Personenkreis ja schon ein. Wie viele Nachfahren gibt es noch? Wo können wir noch nachfragen“, erklärt Lutz Bittner.

Sind die Fragen zu den Personen geklärt, die Beschlüsse vom Stadtrat gefasst, können die Anträge an die Stolperstein-Stiftung gestellt werden. Lutz Bittner geht davon aus, dass wohl sechs bis zwölf Monate dann nochmals ins Land gehen, ehe tatsächlich ein Stolperstein verlegt werden kann. Ob dieser seinen Platz dort bekommt, wo die Familien einst gewohnt haben, müsse ebenso im Vorfeld geklärt werden.

Um die Finanzierung ist Lutz Bittner nicht bange. Pro Stolperstein sind etwa 150 Euro aufzubringen. Die Links-Jugend Börde wird das Projekt unterstützen. Sie hat ein Benefiz-Fußballturnier, das Stolperstein-Turnier, veranstaltet und 500 Euro dem Verein „Kunst und Kirche in Emmeringen übergeben.