Groß Germersleben. Für die Groß Germersleber ist es eine letzte Chance: Bis zum 28. Februar können sie sich noch einen Anschluss an das kommunale Turbo-Internet, einen Breitbandanschluss, sichern.Vor einigen Wochen flatterte den Groß Germersleber Bürgern eine Postwurfsendung der Stadt Oschersleben ins Haus. Darin macht die Stadtverwaltung auf eine letzte Chance aufmerksam, sich doch noch einen Glasfaseranschluss bei DNS:NET zu sichern und damit einen zukunftsfähigen Internetanschluss zu haben. Stichtag und letzte Chance der Anmeldung ist der 28. Februar. Also ist gerade noch eine Woche Zeit.

Bisher nur zögerliche Nachfrage

Während in anderen Ortsteilen der Stadt Oschersleben der Bau des Glasfasernetzes bereits weit voran geschritten ist, haben die Groß Germersleben trotz zweier Informationsveranstaltungen eher zögerlich reagiert. Groß Germerslebens Ortsbürgermeister Donald Dölle appelliert an seine Mitbürger, diese letzte Chance zu nutzen. Von Anfang an gab es im Ort Bürger, die schon auf das schnelle Internet warteten und darauf große Hoffnung setzen. „Endlich wäre auch Zuhause ein zügiges Arbeiten möglich, kein langes Warten mehr auf das Öffnen der Seiten im Internet“, meint Ortsbürgermeister Donald Dölle. Wie wichtig das schnelle Internet gerade jetzt in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling ist, haben sicher auch die Groß Germersleber zu spüren bekommen. „Hier bei uns im ländlichen Raum ist das leistungsfähigere und störungsunempfindliche Internet über Glasfaser bis ins Haus sehr wichtig“, macht Donald Dölle deutlich.

Doch die Groß Germersleber blieben skeptisch. Statt vieler Anmeldungen gab es nur viele Diskussionen, kaum Verständnis und immer wieder die Frage: wofür? „Diese Frage stellte nicht nur die ältere Generation. Bei ihnen wäre die Frage für mich noch verständlich. Doch auch die jüngeren sahen kein Bedarf. Selbst kleinere Orte als Groß Germersleben hatten die nötige Anschlussrate für die Ausbau erreicht“, berichtet der Ortsbürgermeister, der die Bürger doch noch überzeugen möchte. „Abgehängt vom schnellen Internet werden wir es kaum schaffen, jüngere Leute in den Ort zu holen. Mit einem Glasfaseranschluss im Haus steigt zudem der Marktwert, diesen Hinweis möchte ich vor allem den älteren Dorfbewohnern geben. Wenn sie den Anschluss nicht für sich selbst bauen lassen, dann für die Kinder oder Enkel,“ so Donald Dölle.

Teilweise Ausbau kommt auf jeden Fall

Donald Dölle selbst hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als Mathias Steffen von der Stadtverwaltung anrief und dem Ortsbürgermeister mitteilte, dass Groß Germersleben doch teilweise ausgebaut werden kann. Das Dorf wird an den Punkten ausgebaut, wo sich die Kosten und der Aufwand einigermaßen die Waage halten. Je mehr Hausbesitzer sich noch entschließen, desto größer wird die Ausbaustufe im Ort.

Das geplante Netz sei so strukturiert, dass alle diejenigen, die in der Vergangenheit einen Vorvertrag abgeschlossen haben, auch auf jeden Fall angeschlossen werden. Da es aber in Groß Germersleben wirklich „Nachfragelöcher“ gibt, beispielsweise Teile der Waldemar-Uhde-Straße, wurden die betreffenden Netzabschnitte als lediglich optional baubar eingeplant. „Es ist grundsätzlich nicht vorgesehen hier auszubauen, da es schlicht unwirtschaftlich wäre Teile des Netzes „ins Nichts“ zu bauen. Es besteht allerdings noch die Möglichkeit diese Bereiche doch noch auszubauen. Dafür müssten sich innerhalb der ausgenommenen Bereiche die Hälfte der erschließbaren Haushalte bis zum 28. Februar zum Mitmachen entscheiden. Ansonsten führen wir nur die Kapazität für eine spätere Erschließung an diese Abschnitte heran und lassen diese unangetastet. Dort liegt dann also in Zukunft kein Rohrverband vor der Tür, von dem ausgehend man auch zu einem späteren Zeitpunkt noch einzelne Hausanschlüsse herstellen könnte“, macht Mathias Steffen die Dringlichkeit deutlich.

Schnelle Entscheidung gefragt

So wie es die Witterung zulässt, sollen die Vorarbeiten beginnen, deshalb die Fristsetzung 28. Februar für die Bürger, die sich doch noch anschließen lassen möchten. Wer also in Zukunft auf einer schnellen Datenautobahn unterwegs sein möchte, sollte jetzt genauso schnell handeln.

Die Bahnquerung zwischen Klein Oschersleben und Groß Germersleben ist im Übrigen bereits Ende des vergangen Jahres erfolgt. Das Glasfaser ist also schon ein gutes Stück an das Dorf herangerückt.

Andernorts läuft es nach Plan

Wie sieht in den anderen Orten mit dem Breitbandausbau aus? Auch darüber informiert Mathias Steffen. In Hadmersleben und Klein Oschersleben ist der Tiefbau erledigt. Die Montage der Kabel werde noch ein paar Wochen benötigen, da für die Montage nochmals jedes einzelne Gebäude betreten werden muss. Bis Mitte März ist der Tiefbau in Peseckendorf geplant, danach beginne die Montage. In Schermcke sei der Tiefbau bis Juni vorgesehen.

Interessierte Groß Germersleben können bei Nachfragen eine Mail an: breitband@oscherslebenbode.de senden.